Bürgermeisterin von Poel verurteilt Morddrohungen nach Wal-Strandung in der Ostsee
Die scheidende Bürgermeisterin der Gemeinde Ostseebad Insel Poel, Gabriele Richter (parteilos), hat sich in einem Instagram-Post entschieden gegen Anfeindungen und Morddrohungen ausgesprochen, die im Zusammenhang mit dem gestrandeten Buckelwal in der Ostsee aufgetreten sind. Der Wal liegt seit über einer Woche vor der Küste der mecklenburgischen Insel und befindet sich laut Fachleuten im Sterben. Richter betonte, dass der Ort der Strandung zu einer Bundeswasserstraße gehört und nicht zum Gemeindegebiet, weshalb die Gemeinde nicht für die Betreuung von Meeressäugetieren zuständig sei.
Gemeinde distanziert sich von Vorwürfen und Schaulustigen
In ihrer Stellungnahme äußerte Richter große Sorge über das Verhalten einzelner Personen, die ohne fachliche Qualifikation den zuständigen Stellen vorsätzliches, kriminelles Handeln zum Nachteil des Wals vorwerfen oder sogar Morddrohungen gegen Einzelne aussprechen. Die Gemeinde distanzierte sich ausdrücklich von solchen Aktionen und wies darauf hin, dass Aussagen zum Gesundheitszustand des Wals oder zu den Maßnahmen reine Spekulation wären, was eine seriöse Stellungnahme unmöglich mache.
Um dem Buckelwal die erforderliche Ruhe zu gewähren und rücksichtslose Schaulustige fernzuhalten, unterstützt die Gemeinde die zuständigen Stellen, darunter auch die Freiwillige Feuerwehr des Ostseebads. Bei Fragen verwies die Kommune an das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern, das für die weitere Vorgehensweise verantwortlich ist.
Wal überlebt Nacht, Lage bleibt unverändert
Laut dem Sprecher des Schweriner Umweltministeriums, Claus Tantzen, hat der gestrandete Buckelwal die Nacht zum Freitag überlebt und liegt weiterhin an derselben Stelle vor Poel. Die Lage des Tieres sei unverändert, und am Vormittag werde besprochen, welche weiteren Schritte unternommen werden. Bereits am Dienstag hatte Umweltminister Till Backhaus (SPD) auf Basis eines wissenschaftlichen Gutachtens entschieden, den Wal in Ruhe sterben zu lassen, da Fachleute davon ausgehen, dass das Tier nicht mehr gerettet werden kann.
Die Gemeinde Poel steht in dieser schwierigen Situation vor der Herausforderung, zwischen öffentlichem Interesse und dem Wohl des Tieres zu vermitteln, während gleichzeitig die Amtsübergabe an den neu gewählten Bürgermeister Florian Lechner (SPD) am 15. Mai bevorsteht.



