Blackout-Vorsorge in Nordwestmecklenburg: Experten beraten über Versorgungssicherheit
Blackout-Vorsorge: Experten beraten in Nordwestmecklenburg

Blackout-Vorsorge in Nordwestmecklenburg: Experten beraten über Versorgungssicherheit

Bei einem längerfristigen und weiträumigen Stromausfall wird deutlich, wie abhängig unsere moderne Gesellschaft von elektrischer Energie ist. Telefon und Internet fallen aus, Heizungen springen nicht mehr an, warmes Wasser steht nicht zur Verfügung, Computer streiken und das Licht bleibt aus. Diese Szenarien beschäftigen aktuell den Fachdienst Bevölkerungsschutz des Landkreises Nordwestmecklenburg, der sich regelmäßig mit den Energieversorgern der Region zum Thema Sicherheit überlebenswichtiger Infrastruktur austauscht.

Fachgespräch in Wismar zur Identifizierung von Schwachstellen

Der Landkreis hatte kürzlich Experten zu einem Fachgespräch nach Wismar eingeladen, um die Versorgungssicherheit detailliert abzufragen und zu erläutern. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Identifizierung möglicher Schwachstellen im System. Aus der Perspektive des Katastrophenschutzes geht es darum, gezielt vorzusorgen – beispielsweise durch die Bereitstellung von Notstromgeneratoren an potenziell kritischen Standorten. Diese proaktiven Maßnahmen sollen die Resilienz der Region im Ernstfall deutlich erhöhen.

Statistische Daten zur Stromversorgung in Mecklenburg-Vorpommern

Stromausfälle werden in Deutschland gemäß den Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes einheitlich erfasst und von der Bundesnetzagentur ausgewertet. Für das Niederspannungsnetz ist dabei der sogenannte SAIDI-Wert (System Average Interruption Duration Index) von besonderer Bedeutung. Dieser Wert gibt die durchschnittliche Versorgungsunterbrechungsdauer pro angeschlossenem Letztverbraucher an.

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Im Jahr 2024 lag der SAIDI-Wert in Mecklenburg-Vorpommern bei lediglich 7,3 Minuten und damit deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 11,7 Minuten. Über die vergangenen Jahre ist ein kontinuierlicher Rückgang der durchschnittlichen Versorgungsunterbrechungen zu beobachten. Während diese 2008 in Deutschland noch bei 16,9 Minuten lagen, zeigen die aktuellen Zahlen eine verbesserte Netzstabilität.

Entwarnende Bilanz mit wachsamer Haltung

Die Teilnehmer der Gesprächsrunde in Wismar zogen eine insgesamt entwarnende Bilanz. Einen katastrophalen Ausfall der Stromversorgung, wie er nach dem Brandanschlag am 3. Januar 2026 in Berlin auftrat, sieht der Landkreis Nordwestmecklenburg derzeit nicht als unmittelbare Bedrohung. Dennoch betonten die Experten einhellig, dass man sich nicht auf der erreichten Sicherheit ausruhen dürfe.

Sie verwiesen auf eine grundlegende Maxime des Katastrophenschutzes: In ruhigen Zeiten vorbereiten und im Ernstfall handlungsfähig bleiben. Diese präventive Herangehensweise soll sicherstellen, dass die Region auch bei unvorhergesehenen Ereignissen angemessen reagieren kann.

Landrat betont Bedeutung des Erfahrungsaustauschs

„Ich danke den Beteiligten für den offenen und ehrlichen Austausch auf Augenhöhe. Unser oberstes Ziel ist die Sicherstellung des Schutzes unserer Bürgerinnen und Bürger. Darum machen solche regelmäßigen Erfahrungsaustausche aus Sicht des Landkreises absolut Sinn“, erklärte Nordwestmecklenburgs Landrat Tino Schomann nach dem Treffen in Wismar.

Der Landkreis Nordwestmecklenburg informiert auf seiner Internetseite auch über persönliche Vorsorgemaßnahmen im Katastrophenfall. Dort finden sich praktische Hinweise – von der Nutzung von Wärmeinseln bis hin zum umfassenden Ratgeber zur Notfallvorsorge. Auch der offizielle Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist dort zugänglich.

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