Brandenburgs Jägerprüfung: Fast 50 Prozent fallen durch - Schießen als größte Hürde
Brandenburgs Jägerprüfung: Fast jeder Zweite fällt durch

Hohe Hürden bei Brandenburgs Jägerprüfung: Fast die Hälfte der Anwärter scheitert

Die Jägerprüfung in Brandenburg stellt angehende Jagdscheininhaber vor enorme Herausforderungen – fast jeder zweite Prüfling fällt durch. Nach aktuellen Zahlen des Landesjagdverbandes Brandenburg bestanden im vergangenen Jahr lediglich 54 Prozent der Kandidaten die anspruchsvolle Prüfung. Damit liegt die Durchfallquote deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt, wo etwa ein Viertel aller Jagdschüler im ersten Versuch scheitert.

Schießdisziplinen als größte Stolpersteine

Besonders problematisch gestaltet sich für viele Prüflinge der praktische Teil der Prüfung. Das sogenannte Flintenschießen auf bewegte Ziele erweist sich als besondere Hürde, bei dem Wurfscheiben getroffen werden müssen. Verbands-Geschäftsführer Kai Hamann betont: „Die Zahlen zeigen deutlich, dass die Jägerprüfung anspruchsvoll bleibt und eine intensive Vorbereitung notwendig ist.“ Neben den Schießdisziplinen bereiten auch die Bereiche Wildbiologie und Waffenhandhabung im mündlich-praktischen Teil erhebliche Schwierigkeiten.

Statistische Einordnung der Prüfungsergebnisse

Die aktuellen Zahlen des Jagdverbandes Brandenburg offenbaren eine anhaltend hohe Durchfallquote:

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  • Im Jahr 2025 wurden insgesamt 895 Jägerprüfungen in Brandenburg durchgeführt
  • Nur 486 Prüflinge bestanden erfolgreich, was einer Quote von 54 Prozent entspricht
  • Im Vorjahr 2024 lag die Bestehensquote bei 58 Prozent
  • Von den erfolgreichen Kandidaten bestanden 273 die Prüfung im ersten Anlauf
  • 213 Prüflinge absolvierten eine Wiederholungsprüfung

Vergleichsweise fallen in Brandenburg deutlich mehr Jagdschüler durch als im Bundesdurchschnitt. Zum Vergleich: Beim Autoführerschein scheiterten 2024 laut TÜV-Verband 45 Prozent der Fahrschüler in der Theorieprüfung und 37 Prozent in der ersten praktischen Prüfung.

Demografische Zusammensetzung der Prüflinge

Die Jagd bleibt in Brandenburg weiterhin eine überwiegend männliche Domäne. Lediglich etwa 22 Prozent der Prüflinge im Jahr 2025 waren Frauen – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als der Frauenanteil bei rund 25 Prozent lag. Das Durchschnittsalter der Jagdschüler liegt bei der Prüfung zwischen 37 und 38 Jahren, was auf eine tendenziell ältere Zielgruppe hindeutet.

Brandenburger Besonderheiten und Anforderungen

Verbands-Geschäftsführer Hamann erklärt die hohen Hürden in Brandenburg mit strengeren Vorgaben als in anderen Bundesländern. Jäger müssen hier 150 Ausbildungsstunden in privaten Jagdschulen nachweisen, eine Anforderung, die beispielsweise in Niedersachsen nicht in dieser Form vorgeschrieben ist. Die umfangreiche Jagdausbildung schlägt sich auch finanziell nieder: Sie kostet laut Landesjagdverband Brandenburg zwischen 2.500 und 3.500 Euro. Der Verband selbst zählt mehr als 10.000 Mitglieder.

Umfang und Inhalte der anspruchsvollen Prüfung

Die brandenburgische Jägerprüfung gliedert sich in drei Hauptbereiche:

  1. Schriftlicher Prüfungsteil
  2. Mündlich-praktischer Prüfungsteil
  3. Schießprüfung

Die Prüfungsinhalte umfassen ein breites Spektrum an Themen:

  • Wildarten und Wildbiologie
  • Waffentechnik und Waffenhandhabung
  • Jagdbetrieb und jagdliche Praxis
  • Naturschutz und ökologische Zusammenhänge
  • Wildkrankheiten und deren Erkennung
  • Rechtliche Vorschriften und jagdrechtliche Bestimmungen

Konkrete Prüfungsfragen können beispielsweise abfragen, dass ein Marderhund nicht auf Bäume klettern kann oder welche Entfernung für einen sicheren Schuss auf Rehwild angemessen ist. Laut Jagdverband beträgt die korrekte Antwort hier: bis maximal 100 Meter. Bei den Schießtests müssen die Prüflinge sowohl auf feststehende Scheiben als auch auf bewegte Ziele schießen, wobei letzteres besonders hohe Anforderungen an Treffsicherheit und Reaktionsvermögen stellt.

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