Berlin als Technologiezentrum für Verteidigungsindustrie mit großem Wachstumspotenzial
Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey sieht für Berlin erhebliche Chancen im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Die SPD-Politikerin äußerte sich bei einem Presse-Termin optimistisch über die Entwicklung dieser Branche in der Hauptstadt. „Wir erkennen hier tatsächlich enormes Wachstumspotenzial“, erklärte Giffey und verwies auf die bereits vorhandene Unternehmenslandschaft.
Unternehmensstruktur und Technologieentwicklung
Derzeit sind in Berlin etwa 130 Unternehmen aus dem Bereich der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ansässig. Zusätzlich arbeiten mehr als 400 Unternehmen an Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Giffey betonte jedoch, dass Berlin nicht als klassischer Rüstungsproduktionsstandort positioniert werden soll. „Berlin wird niemals ein Ort für reine Rüstungsproduktion sein, sondern vielmehr ein Zentrum für Technologieentwicklung, das auch in der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft eine bedeutende Rolle spielt“, so die Senatorin.
Rolle der Investitionsbank Berlin
Zur Stärkung dieser Branche setzen Giffey und der schwarz-rote Senat auf die Investitionsbank Berlin. Diese stellt jährlich dreistellige Millionenbeträge für die Wirtschaftsförderung bereit. Im vergangenen Jahr belief sich diese Summe auf 497 Millionen Euro, was einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr mit 287 Millionen Euro darstellt. Zusätzlich investierte die IBB 1,9 Milliarden Euro in die Immobilienförderung.
Hinrich Holm, Vorstandsvorsitzender der IBB, kommentierte die Entwicklung: „Die Bank hat ein sehr erfolgreiches Jahr absolviert, allerdings unter Bedingungen, die bereits als äußerst herausfordernd bezeichnet werden können.“
Wachstumsziele und zukünftige Schwerpunkte
Holm gab konkrete Ziele für die kommenden Jahre bekannt. So soll die Marke von 2 Milliarden Euro bei der Immobilienförderung bald überschritten werden. Bis zum Jahr 2030 plant die IBB, ihre Bilanzsumme auf mehr als 30 Milliarden Euro zu steigern, ausgehend von einem aktuellen Stand von 24,2 Milliarden Euro.
Allerdings wird die Verteidigungs- und Sicherheitsbranche nach Holms Einschätzung nicht der Haupttreiber dieses Wachstums sein. „Die wesentlichen Impulse kommen aus der energetischen Transformation und dem Gebäudesektor. In den nächsten Jahren werden wir kontinuierlich über dem Bundesdurchschnitt bauen, davon bin ich überzeugt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende.
Giffey hofft für das Jahr 2026 auf ein Wirtschaftswachstum in Berlin von 1,8 Prozent. Diese Prognose unterstreicht die optimistische Haltung der Politik gegenüber der wirtschaftlichen Entwicklung der Hauptstadt, insbesondere im Technologie- und Innovationssektor.



