Seit längerem haben die USA einen Teilrückzug aus der Nato angekündigt. Jetzt zeigt eine Liste, welche Fähigkeiten sie nicht mehr der Allianz zur Verfügung stellen wollen. Für die Europäer ist das bitter.
Hintergrund der Streichliste
Die Vereinigten Staaten planen offenbar, ihre militärischen Beiträge zur Nato deutlich zu reduzieren. Ein internes Dokument, das unserer Redaktion vorliegt, listet konkrete Fähigkeiten auf, die Washington künftig nicht mehr im Rahmen der Allianz bereitstellen will. Dazu gehören unter anderem Aufklärungsdrohnen, bestimmte Luftbetankungskapazitäten und Spezialeinheiten. Die Liste wurde von US-General Alexus G. Grynkewich, dem Oberbefehlshaber in Europa, mitverantwortet.
Betroffene Fähigkeiten im Detail
Zu den gestrichenen Fähigkeiten zählen:
- Langstrecken-Aufklärungsdrohnen vom Typ Global Hawk
- Teile der strategischen Luftbetankungsflotte
- Bestimmte Spezialeinheiten für Kommandoeinsätze
- Satellitenkommunikationskapazitäten für Nato-Operationen
Diese Reduzierungen würden die Einsatzfähigkeit der Nato erheblich schwächen, insbesondere in den Bereichen Aufklärung und logistische Unterstützung.
Reaktionen aus Europa
Europäische Nato-Partner reagierten mit Entsetzen auf die Pläne. Ein hochrangiger deutscher Diplomat bezeichnete die Liste als „schweren Schlag für die transatlantische Sicherheitspartnerschaft“. Frankreich und Großbritannien forderten eine sofortige Klärung der US-Absichten. Die Nato-Führung in Brüssel zeigte sich besorgt und kündigte Gespräche auf höchster Ebene an.
Konsequenzen für die Nato
Ohne die US-Fähigkeiten müssten die europäischen Verbündeten erhebliche Lücken schließen. Dies betrifft vor allem die Aufklärung aus der Luft und die logistische Unterstützung für schnelle Einsätze. Experten warnen, dass die Nato ohne diese US-Beiträge ihre Verteidigungsplanung grundlegend überarbeiten müsste. Die USA bleiben zwar weiterhin Mitglied der Allianz, aber der Teilrückzug könnte das militärische Gleichgewicht innerhalb der Nato verschieben.
Die Streichliste ist ein weiteres Zeichen für die Neuausrichtung der US-Außenpolitik unter der aktuellen Regierung. Washington konzentriert sich zunehmend auf die Konkurrenz mit China im Indopazifik. Europa müsse sich daher stärker selbst verteidigen können, so die Botschaft aus Washington. Ob die Europäer diese Lücke füllen können, ist fraglich – angesichts jahrelanger Unterfinanzierung der eigenen Streitkräfte.



