Bundeswehr setzt nicht auf US-Cloud: Deutsche Alternativen bevorzugt
Bundeswehr lehnt US-Cloud ab: Deutsche Alternativen

Die Bundeswehr plant den Aufbau einer militärischen Cloud zur Datenverarbeitung und für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Dabei wird jedoch nicht auf die Software des US-amerikanischen Anbieters Palantir gesetzt. Dies erklärte Thomas Daum, der Leiter der Cybertruppe der Bundeswehr, in einem Interview mit dem „Handelsblatt“. Der Vizeadmiral stellte klar: „Das sehe ich momentan überhaupt nicht.“ Palantir erfülle bestimmte Voraussetzungen der Bundeswehr nicht, so Daum weiter.

Palantir bei der NATO im Einsatz

Das US-Unternehmen bietet unter der Bezeichnung „Maven“ eine Softwarelösung an, die von der NATO und mehreren ihrer Mitgliedsstaaten genutzt wird. Daum räumte ein: „Bei der NATO ist diese Software im Einsatz, das wissen wir, und das nutzen wir auch. Und wir sehen auch die Erkenntnisse, die sich daraus ergeben.“ Allerdings betonte er, dass es auch um die Frage gehe, wer diese Software bediene. „Das machen in der NATO tatsächlich Vertreter der Industrie, also der Firma Palantir“, erläuterte der Inspekteur des Cyber- und Informationsraums der Bundeswehr.

Datenschutzbedenken als Hindernis

Ein zentrales Problem sei der Zugriff auf nationale Datenbestände. Daum erklärte: „So sehr wir an der Funktionalität interessiert sind für unseren eigenen Datenbestand, so unvorstellbar ist es eben momentan, Industriemitarbeiter auf den nationalen Datenbestand zuzulassen.“ Aus diesem Grund werde nach Alternativen gesucht, die den Sicherheitsanforderungen der Bundeswehr gerecht werden.

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Deutsche und europäische Alternativen

Laut Informationen des „Handelsblatts“ hat die Bundeswehr bereits drei Anbieter für die Cloud-Lösung ausgewählt. Dabei handelt es sich um zwei deutsche und ein französisches Unternehmen: Almato aus Stuttgart, eine Tochtergesellschaft des deutschen IT-Dienstleisters Datagroup, sowie die Software des Berliner Startups Orcrist und Chapsvision aus Paris. Die Software dieser Anbieter soll im Sommer getestet werden, und ein Auftrag soll noch vor Jahresende vergeben werden.

Die Entscheidung der Bundeswehr unterstreicht den Trend zu mehr digitaler Souveränität und Unabhängigkeit von US-Technologie, insbesondere im sicherheitsrelevanten Bereich. Die Cloud soll die Grundlage für moderne KI-Anwendungen und eine effiziente Datenverarbeitung innerhalb der Streitkräfte bilden.

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