Mehrwertsteuer 2026: Was Sie zu Steuersätzen und Ausnahmen wissen müssen
Mehrwertsteuer 2026: Steuersätze und Ausnahmen im Überblick

Die Mehrwertsteuer, offiziell auch Umsatzsteuer genannt, ist die bedeutendste Einnahmequelle des deutschen Staates. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Einnahmen laut Statistischem Bundesamt auf rund 310,2 Milliarden Euro – ein Anstieg um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit machte die Mehrwertsteuer etwa 31,3 Prozent der gesamten Steuereinnahmen Deutschlands aus. Doch was genau ist die Mehrwertsteuer, für welche Waren und Dienstleistungen fällt sie an und wie hoch sind die Sätze im internationalen Vergleich? Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick.

Was ist die Mehrwertsteuer?

Die Mehrwertsteuer wird gemäß dem Umsatzsteuergesetz (UStG) auf alle Waren und Dienstleistungen erhoben, die in Deutschland gegen Bezahlung verkauft oder erbracht werden. Auch Einfuhren aus Nicht-EU-Ländern unterliegen dieser Steuer. Der zu zahlende Betrag ist ein Prozentsatz des Nettopreises, der je nach Produkt oder Dienstleistung variiert. Grundsätzlich wird die Steuer vom Endverbraucher getragen, da Unternehmen die von ihnen gezahlte Mehrwertsteuer als Vorsteuer beim Finanzamt geltend machen können. Die Einnahmen fließen als Gemeinschaftssteuer an Bund, Länder und Gemeinden sowie teilweise an die Europäische Union.

Geschichte der Mehrwertsteuer in Deutschland

Eingeführt wurde die Mehrwertsteuer im Jahr 1918, um den Finanzbedarf des Deutschen Reichs zu decken. Der anfängliche Satz von 0,5 Prozent stieg bis 1951 auf vier Prozent. Allerdings wurde damals jede Transaktion besteuert, was bei langen Lieferketten zu hohen kumulierten Steuerzahlungen führte. Mit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft 1957 wurde ein einheitliches System nötig, woraufhin das Umsatzsteuergesetz reformiert wurde. Seit dem 1. Januar 1968 können Unternehmen gezahlte Umsatzsteuern als Vorsteuer abziehen. Dieses Prinzip gilt in allen EU-Mitgliedstaaten, wobei die Steuersätze variieren.

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Mehrwertsteuersätze in Deutschland 2026

In Deutschland gibt es drei verschiedene Umsatzsteuersätze: den Regelsatz von 19 Prozent (seit 2007), den ermäßigten Satz von sieben Prozent (seit 1983) und den Nullsteuersatz, der bestimmte Produkte und Dienstleistungen von der Steuer befreit.

Wann gilt der Regelsatz von 19 Prozent?

Grundsätzlich werden alle Waren und Dienstleistungen mit 19 Prozent besteuert, sofern sie nicht unter den ermäßigten Satz fallen oder steuerbefreit sind.

Wann gilt der ermäßigte Satz von sieben Prozent?

Der ermäßigte Satz gilt für lebensnotwendige Güter und Dienstleistungen des Grundbedarfs, darunter die meisten Lebensmittel, Eintrittskarten für Kulturveranstaltungen, Zeitungen, Bücher und Fahrkarten des öffentlichen Nahverkehrs. Seit dem 1. Januar 2026 werden auch Speisen in Restaurants und Kantinen dauerhaft mit sieben Prozent besteuert – eine Regelung, die zuvor zeitweise während der Corona-Pandemie galt.

Welche Ausnahmen gibt es?

Vollständig von der Mehrwertsteuer befreit sind unter anderem Umsätze in der See- und Luftfahrt, Kreditvermittlung, Versicherungsvertretung sowie seit dem 1. Januar 2023 der Verkauf und die Installation von Photovoltaikanlagen und Energiespeichern. Auch Kleinunternehmer können unter bestimmten Voraussetzungen befreit sein: Der Umsatz im Vorjahr darf 25.000 Euro nicht übersteigen und im laufenden Jahr nicht mehr als 100.000 Euro betragen.

Internationaler Vergleich der Mehrwertsteuersätze

Im EU-Vergleich ist der deutsche Regelsatz von 19 Prozent relativ niedrig. Nur Malta (18 Prozent) und Luxemburg (17 Prozent) haben geringere Sätze. Den höchsten Satz in der EU und weltweit erhebt Ungarn mit 27 Prozent, gefolgt von Finnland (25,5 Prozent) sowie Dänemark, Schweden, Norwegen und Kroatien (jeweils 25 Prozent). Allerdings sind direkte Vergleiche schwierig, da die Länder unterschiedliche Ermäßigungen und Befreiungen anwenden. Außerhalb der EU variieren die Sätze stark: In den USA gibt es keine vergleichbare Steuer, in China liegen die Sätze je nach Produkt zwischen sechs und 13 Prozent, in Indien meist bei 18 Prozent, können aber von fünf bis 28 Prozent reichen.

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