Die politische Stimmung in Deutschland erreicht einen neuen Tiefpunkt: Bundeskanzler Friedrich Merz verliert in der aktuellen INSA-Umfrage weiter an Zustimmung. Die Erhebung, die exklusiv für die Bild-Zeitung durchgeführt wurde, zeigt einen deutlichen Rückgang der Beliebtheit des Kanzlers. Nur noch 34 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden – ein Minus von drei Prozentpunkten im Vergleich zur Vorwoche.
AfD legt weiter zu
Während Merz an Boden verliert, kann die AfD weiter zulegen. Die Partei erreicht in der Sonntagsfrage 22 Prozent und liegt damit auf dem zweiten Platz hinter der Union, die auf 28 Prozent kommt. Die SPD fällt auf 15 Prozent, die Grünen auf 13 Prozent. Die FDP würde mit 6 Prozent den Einzug in den Bundestag schaffen, während die Linke mit 5 Prozent knapp über der Fünf-Prozent-Hürde liegt.
Gründe für den Stimmungswandel
Experten sehen mehrere Gründe für den Stimmungswandel. Die anhaltende Inflation, die unsichere Wirtschaftslage und die ungelösten Probleme in der Migrationspolitik belasten die Regierung. Hinzu kommt die Unzufriedenheit mit der Kommunikation des Kanzlers, der in den letzten Wochen mehrfach für umstrittene Aussagen kritisiert wurde.
Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut INSA am Montag und Dienstag dieser Woche durchgeführt. Befragt wurden 2.004 wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger. Die Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten.
Reaktionen aus der Politik
Die Opposition reagiert prompt: AfD-Fraktionschef Tino Chrupalla spricht von einem „Vertrauensverlust in die Regierung“. Auch die Linke kritisiert die Arbeit von Merz scharf. Aus der Union heißt es hingegen, man nehme die Umfrage ernst, aber man sei zuversichtlich, dass sich die Werte wieder bessern würden.
Die nächste große Herausforderung für den Kanzler steht bereits an: Die Haushaltsverhandlungen für das kommende Jahr stehen bevor, und die Koalition ist sich in vielen Punkten uneinig. Ob Merz es schafft, die Wende herbeizuführen, bleibt abzuwarten.



