Magdeburg – Die Zahl der Asylsuchenden in Sachsen-Anhalt ist in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 erneut deutlich zurückgegangen. Wie das Innenministerium mitteilte, kamen bis Ende Mai lediglich 851 Asylbewerber in das Bundesland. Dies entspricht einem Rückgang von 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und sogar 57 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2024.
Prognose für das Gesamtjahr
Setzt sich dieser Trend fort, rechnet das Ministerium bis Jahresende mit rund 2.000 Asylsuchenden in Sachsen-Anhalt. Zugangszahlen in dieser Größenordnung wurden zuletzt im Jahr 2012 verzeichnet. Die Entwicklung zeigt eine kontinuierliche Abnahme der Asylbewerberzahlen.
Innenministerin Zieschang sieht Kurs bestätigt
Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) wertet die sinkenden Zahlen als Erfolg der bisherigen Migrationspolitik. „Der Trend der rückläufigen Zugangszahlen setzt sich kontinuierlich fort“, erklärte die Ministerin. Sie betonte, dass die Maßnahmen zur Begrenzung der irregulären Migration auf Bundes- und Landesebene Wirkung zeigten. „Jetzt dürfen wir nicht nachlassen“, fügte sie hinzu.
Mit Blick auf die bevorstehende Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) sowie geplante Verschärfungen bei Rückführungen sprach sich Zieschang für einen konsequenten Kurs aus. „Wer ohne Schutzgrund gekommen ist, muss Sachsen-Anhalt, muss Deutschland und Europa wieder verlassen“, forderte sie.
Reform des europäischen Asylsystems
Am 12. Juni tritt die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems in Kraft. Diese sieht unter anderem strengere Kontrollen und Registrierungen an den EU-Außengrenzen vor. Zudem sollen verpflichtende Vorprüfungen für irregulär eingereiste Menschen sowie in bestimmten Fällen Asylverfahren bereits an den Außengrenzen der Europäischen Union durchgeführt werden. Die Verfahren in den Mitgliedstaaten werden stärker vereinheitlicht und beschleunigt.



