Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) steht trotz zunehmender Kritik in der eigenen Partei fest im Sattel. In der Berliner CDU heißt es: „Wer Wegner herausfordert, wird scheitern.“ Der 52-Jährige kämpft mit eigenen Fehlern, Personalquerelen und sinkenden Umfragewerten – ausgerechnet im Wahljahr. Dennoch gilt er als unangefochten, auch wenn intern die Frage aufkommt, ob er für Wahlplakate taugt.
Wegners Herausforderungen im Wahljahr
Die politische Großwetterlage in Berlin ist angespannt. Wegner, der erst seit April 2023 im Amt ist, sieht sich mit mehreren Baustellen konfrontiert. Die Wiederholungswahl zum Abgeordnetenhaus im Februar 2023 hatte die CDU zwar als stärkste Kraft hervorgebracht, doch die Koalitionsverhandlungen mit der SPD gestalteten sich schwierig. Seither plagen den Regierungschef Pannen in der Verwaltung, etwa bei der Umsetzung des 29-Euro-Tickets oder der Schulbauoffensive. Zudem sorgte die Personalie um den umstrittenen Staatssekretär für Integration, Lars Düsterhöft, für Unruhe.
Interne Kritik und Rückhalt
Obwohl Wegner in der Partei Rückhalt genießt, mehren sich kritische Stimmen. Einige CDU-Mitglieder bemängeln seine Kommunikationsstrategie und fordern mehr Präsenz in der Öffentlichkeit. „Er muss sich mehr zeigen und klarer Position beziehen“, so ein Parteimitglied. Dennoch betonen führende CDU-Politiker, dass ein Wechsel an der Spitze vor der Wahl nicht infrage komme. „Wegner hat das Vertrauen der Partei“, sagt ein Vorstandsmitglied. „Wer ihn jetzt herausfordert, wird scheitern – das haben die innerparteilichen Machtkämpfe der Vergangenheit gezeigt.“
Die Wahlaussichten der Berliner CDU
Die Berliner CDU liegt in Umfragen derzeit bei rund 28 Prozent, knapp hinter der SPD. Wegner selbst ist in der Bevölkerung weniger beliebt: In einer aktuellen Forsa-Umfrage für den RBB erreicht er nur 39 Prozent Zufriedenheit. Das ist der schlechteste Wert aller Regierenden Bürgermeister seit 2010. Dennoch sehen Strategen die CDU auf einem guten Weg. „Die Wähler entscheiden nicht nur über die Person, sondern auch über die Inhalte“, so ein Wahlkampfmanager. Die CDU setzt auf Themen wie Innere Sicherheit, bezahlbares Wohnen und eine bessere Schulbildung.
Wahlplakate und Öffentlichkeitsarbeit
Intern wird diskutiert, ob Wegner als Gesicht der Wahlplakate geeignet ist. Einige Parteimitglieder bezweifeln, dass er ausreichend Sympathiewerte mitbringt. „Plakate mit Wegner sind nicht unbedingt ein Gewinn“, sagt ein Bezirksverbandsvorsitzender. Andere verweisen auf seine Erfahrung als langjähriger Fraktionschef. Die endgültige Entscheidung über die Plakatmotive fällt in den kommenden Wochen. Fest steht: Wegner wird der Spitzenkandidat sein – ob mit oder ohne eigenes Konterfei.
Fazit: Wegner bleibt, doch der Druck wächst
Kai Wegner steht vor einer Bewährungsprobe. Die Fehler der Vergangenheit lasten schwer, doch die Partei steht geschlossen hinter ihm. Ob dies bis zur Wahl im September 2026 so bleibt, hängt von seiner Fähigkeit ab, die drängenden Probleme Berlins zu lösen. Eines ist klar: Wer Wegner jetzt stürzen will, braucht eine starke Alternative – und die gibt es derzeit nicht.



