Die SPD steckt in einer tiefen Krise. Mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September wächst die Angst vor einem historischen Debakel: Erstmals könnte die Partei aus einem Landtag fliegen. Ein Szenario, das selbst Altmeister Franz Müntefering nicht vorhersah.
Umfragen auf Talfahrt: Nur noch 11 bis 13 Prozent
Bei der Bundestagswahl erzielte die SPD mit gut 16 Prozent ein Rekordtief. Aktuelle Umfragen sehen die Partei bei 11 bis 13 Prozent, gleichauf mit der Linken. Zwar stieg der Wert im Deutschlandtrend leicht, doch die Nervosität bleibt. Abgeordnete rechnen bereits aus, wie viele von ihnen bei einem solchen Ergebnis ihren Sitz verlieren würden.
Droht der Rauswurf aus dem Landtag?
In Sachsen-Anhalt kämpft Spitzenkandidat Armin Willingmann gegen den Trend. Vor fünf Jahren holte die SPD 8,4 Prozent, nun droht das Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde. „Es gibt eine gewisse Lust darauf zu sehen, ob das tatsächlich ein Endkampf ist“, klagt Willingmann. Ein Ausscheiden wäre die erste Niederlage dieser Art in der Geschichte der Bundesrepublik.
Abwärtssog befürchtet
Die Sorge reicht über Sachsen-Anhalt hinaus. Ein schlechtes Ergebnis könnte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern schwächen, wo am 20. September gewählt wird. Auch in Berlin steht eine Wahl an. Die SPD bangt um ihre Regierungsbeteiligungen und fürchtet innerparteiliche Konflikte, die die schwarz-rote Koalition im Bund gefährden könnten.
Hilfe von der Konkurrenz
Selbst CDU und CSU wünschen der SPD einen Aufschwung, um demokratische Mehrheiten zu sichern. Die Bundes-SPD will den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt unterstützen. Doch ob das reicht? Münteferings Zitat „Opposition ist Mist“ bekommt eine neue Bedeutung – falls die SPD ganz draußen ist.



