Bewerber-Wahnsinn um Olympia: Sportbürgermeister rechnet mit DOSB ab
Olympia-Bewerbung: Leipziger Bürgermeister kritisiert DOSB

Bewerber-Wahnsinn um Deutsche Spiele: Bürgermeister rechnet mit Olympia-Kampf ab

Deutschland will Olympia – doch schon im eigenen Land fliegen die Fetzen. Mit welcher Stadt oder Region der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ins Rennen um die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 geht, soll sich im September entscheiden.

Nach dem gescheiterten Bürgerentscheid von Hamburg (51,6 Prozent votierten dagegen) sind noch drei Bewerber im Rennen: Berlin, München und die Rhein-Ruhr-Region (NRW). Hinter den Kulissen sorgt das Auswahlverfahren laut zahlreichen Verantwortlichen für Kopfschütteln.

Olympia-Beauftragter kritisiert Geld-Verschwendung

Leipzigs Sportbürgermeister Heiko Rosenthal (51, Linke) macht seinem Ärger jetzt erstmals öffentlich Luft! „Ich kritisiere sehr dieses Vorgehen des DOSB. Es kann doch nicht sein, dass sich vier Regionen mit einem gigantischen Aufwand um einen Platz für ein internationales Verfahren bewerben. Wenn man sich überlegt, wie viel die Hamburger allein in ihre Kampagne gesteckt haben, und jetzt ziehen die zurück aufgrund des Bürgervotums. Das ist doch Wahnsinn“, schimpft der Olympiabeauftragte der Messestadt bei einer Podiumsdiskussion am Donnerstagabend.

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Leipzig ist Teil der Berliner Bewerbung. Mit der Arena Leipzig, der Red Bull Arena, der Messe und dem Kanupark Markkleeberg wollen die Sachsen Teil möglicher Spiele in der Hauptstadt sein.

Was Rosenthal besonders stört: Bis der deutsche Olympia-Kandidat überhaupt feststeht, sollen die vier Bewerber zusammengerechnet rund 46 Mio. Euro investieren – nur um sich im eigenen Land durchzusetzen. Eine gewaltige Summe. „Die 18 Mio. Euro der Hamburger wären doch im Sport wesentlich besser angelegt, würde ich jetzt behaupten“, erklärt Rosenthal. Und legt nach: „Deshalb hätte der DOSB von Anfang an sagen müssen, mit wem er denn in einen internationalen Wettbewerb eintreten will.“

Bürgermeister zweifelt an München

Ganz uneigennützig ist das nicht. Rosenthal plädiert klar für Berlin. „Das ist der einzige internationale Standort, mit dem man beim IOC die Mitglieder überzeugt – wenn die sich überhaupt für Deutschland entscheiden“, erklärt er. Und geht sogar noch weiter: „Ich glaube, dass München sehr schnell aus dem Wettbewerb rausfliegt. Deswegen bin ich sehr von dieser Berliner Bewerbung überzeugt. Wir sind da sehr dran und wissen, was die fachlich abgeliefert haben.“

Allerdings: Während die Bayern nach einem Votum bereits die Bürgerschaft hinter sich haben, kündigte das Bündnis „NOlympia“ ein Volksbegehren gegen die Bewerbung an, sollte sich Berlin am Ende durchsetzen.

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