Bundeskanzler Friedrich Merz zeigt sich optimistisch, dass Deutschland seine Abhängigkeit von Rechenzentren aus den USA und China reduzieren kann. Auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum (OWF) in Bad Saarow erklärte er am Dienstag: „Ich hätte vor zwei Jahren nicht geglaubt, Ihnen heute sagen zu können, dass ich zuversichtlich bin, dass wir uns mit Rechenkapazitäten in Deutschland unabhängig machen von amerikanischen Rechenzentren und von chinesischen Rechenzentren.“
Verdopplung der Rechenkapazitäten
Laut Merz befinde sich Deutschland in einer Aufholjagd, bei der die Rechenkapazitäten innerhalb von fünf Jahren verdoppelt werden sollen. Hintergrund sind große Datenverarbeitungszentren und Pläne für eine sogenannte Gigafactory, in der mit einer Vielzahl von Recheneinheiten extrem schnelle Berechnungen durchgeführt werden können. Bereits jetzt hat in Jülich einer der schnellsten Rechner Europas seinen Betrieb aufgenommen. Der Kanzler betonte: „Rechenkapazitäten sind die Infrastruktur der Industrie von morgen. Wenn wir KI wollen, dann brauchen wir große Rechenkapazitäten.“
Chipproduktion in Sachsen als Schlüssel
Merz verwies zudem auf die wachsende Bedeutung der Chipproduktion in Sachsen. Von dort stamme mittlerweile ein Drittel der in Europa eingesetzten Chips. Thomas Richter, Geschäftsführer von Infineon Dresden, unterstrich die Investitionen seines Unternehmens in Höhe von fünf Milliarden Euro mit den Worten: „Wir tun das für die Resilienz von Europa.“ Die Stärkung der heimischen Chipfertigung sei ein zentraler Baustein für die digitale Souveränität und die Unabhängigkeit von ausländischen Technologielieferanten.
Der Kanzler zeigte sich zuversichtlich, dass Deutschland durch den Ausbau eigener Rechenzentren und die Förderung der Halbleiterproduktion langfristig seine Position in der digitalen Welt festigen kann. Die Pläne sehen vor, die Abhängigkeit von US-amerikanischen und chinesischen Anbietern zu verringern und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken.



