Louise Schroeder: Eine Mahnung zur Besonnenheit in der Politik
Louise Schroeder: Mahnung zur Besonnenheit

Ein stilles Vorbild für die Politik

Am 4. Juni 1957 verstarb die SPD-Politikerin Louise Schroeder, die von 1947 bis 1948 als Oberbürgermeisterin von Berlin amtierte. Sie übernahm das Amt in einer schwierigen Zeit, nachdem ihr Parteifreund Otto Ostrowski zurückgetreten war und der gewählte Nachfolger Ernst Reuter von den Sowjets nicht zugelassen wurde. Schroeder führte die Stadt mit Besonnenheit und Entschlossenheit und überzeugte so sehr, dass sie später sogar als Kanzler- und Bundespräsidentenkandidatin im Gespräch war.

Ein bewegender Abschied

West-Berlin nahm in einer öffentlichen Zeremonie Abschied von Louise Schroeder. Ihr Sarg wurde auf einem von sechs Pferden gezogenen Wagen über den Breitscheidplatz, den Wittenbergplatz und die Lutherstraße zum Rathaus Schöneberg gebracht, wo er in der Vorhalle aufgebahrt wurde. Die Anteilnahme war enorm: „Ein dichtes Spalier zu beiden Seiten der Straßen erwartete den Trauerzug“, berichtete der Tagesspiegel. Die Berichterstattung zog sich über mehrere Tage hinweg und würdigte ihr Leben und Wirken.

Ein Rezept für unsere Zeit

Im Nachruf auf Louise Schroeder schrieb der Tagesspiegel: „Die Achtung galt nicht zuletzt einem Menschen, der die Arbeit in der Stille liebte, aber sich der Pflicht zum Wirken in der Oeffentlichkeit nicht entzog.“ Diese Worte lesen sich wie ein Rezept für unsere heutige Zeit, in der zwischen Geschwätzigkeit und Wegducken oft das rechte Maß fehlt. Schroeders Beispiel erinnert daran, dass politische Führung auch durch Bescheidenheit und Pflichtbewusstsein überzeugen kann.

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Heute erinnert unter anderem eine Gedenktafel in der Boelckestraße 121 in Tempelhof an die Ehrenbürgerin Berlins. Ihr Vermächtnis lebt weiter als Mahnung zur Besonnenheit und zum Dienst an der Gemeinschaft.

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