Der neue FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki sieht die Liberalen nach langer Durststrecke wieder im Aufwind und ruft zu einem Aufbruch der Partei auf. Sein klares Ziel: zehn Prozent bei der nächsten Bundestagswahl. Bei einer Festveranstaltung zum 80-jährigen Bestehen der FDP Schleswig-Holstein in Kiel betonte der 74-Jährige: „Es ist jetzt nicht das Ende, sondern der Anfang.“
Erstmals wieder über fünf Prozent
Erstmals seit Februar 2025 kommt die FDP im Trendbarometer von RTL und ntv wieder über die wichtige Fünf-Prozent-Hürde. Auch das Umfrageinstitut GMS sieht die Liberalen wieder bei fünf Prozent. Kubicki zeigte sich zuversichtlich, dass die Partei diesen Aufwärtstrend fortsetzen kann. Er erinnerte daran, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Liberalen einst für tot erklärt habe. „Das werden wir euch zeigen“, habe man daraufhin als Partei beschlossen. Nun sei der erste Schritt getan, doch das „Tageswerk“ sei erst bei einem Stimmenanteil von zehn Prozent geschafft.
Kritik an Wirtschaftspolitik
Kubicki übte scharfe Kritik an der aktuellen Wirtschaftspolitik. Zahlreiche Menschen in Deutschland hätten Existenzsorgen und könnten nicht in die Zukunft planen. Die Unternehmen befänden sich am „Existenzminimum“. „Wenn wir nicht schnell wirtschaftspolitisch umsteuern, dann stehen wir nicht am Abgrund, sondern sind einen Schritt weiter“, warnte der FDP-Chef.
Personeller Neuanfang
Kubicki war am Sonntag beim Bundesparteitag der FDP in Berlin zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt worden. Er setzte sich in einer Kampfkandidatur gegen die Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann durch. Die FDP vollzieht mit der Wahl Kubickis nach einer Serie von Wahlpleiten einen personellen Neuanfang – den zweiten innerhalb von zwölf Monaten. Nach dem Scheitern der Liberalen an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl im Februar 2025 war der frühere Fraktionschef Christian Dürr an die Spitze der Partei getreten; Kubicki war damals Vizechef.
Mit Blick auf die Zukunft rief Kubicki die Parteimitglieder zu Geschlossenheit und Tatendrang auf. Man müsse nun gemeinsam daran arbeiten, das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen und die liberale Stimme in Deutschland wieder stärker zu Gehör zu bringen.



