Überrascht und verstört blicken Sozialdemokraten auf die jüngste Kanzlerwechsel-Diskussion, die die CDU in den vergangenen Tagen erschüttert hat. Das Ausmaß an Unzufriedenheit in der Union, die giftigen Stichworte hinter vorgehaltener Hand und der Mangel an Solidarität führender Köpfe mit dem eigenen Kanzler – das alles verwundert die SPD.
Staunen über die Union
Staunend beobachtet die SPD die Erschütterungen in der Union. In der SPD hingegen herrscht Friedhofsruhe. Selbst ein neues Umfragetief dürfte nur zu Schulterzucken führen. Ein Kommentar von Daniel Friedrich Sturm.
Die Lage in der SPD
Während die Union öffentlich über einen möglichen Kanzlerwechsel diskutiert, bleibt es in der SPD auffällig still. Die Partei, die selbst mit Umfragewerten um die 11 Prozent kämpft, zeigt keine Anzeichen von innerer Unruhe. Viele Sozialdemokraten scheinen die Situation gelassen zu nehmen – oder gar nicht erst wahrhaben zu wollen.
Dabei wäre Grund zur Sorge durchaus gegeben. Die SPD steckt in einem tiefen Umfragetief, und die Führung um Kanzler Olaf Scholz wirkt oft orientierungslos. Doch anstatt zu reagieren, schweigt die Partei. Diese Friedhofsruhe ist verstörend.
Ein Kommentar zur Lage
Es ist bemerkenswert, wie gelassen die SPD auf die Turbulenzen in der Union blickt. Vielleicht liegt es daran, dass man sich selbst in einer Art Schockstarre befindet. Oder die Partei hat schlichtweg keine Energie mehr für interne Debatten. Fakt ist: Die SPD wirkt wie gelähmt.
Während die Union zumindest noch über Alternativen diskutiert, scheint die SPD jede Diskussion über ihre Zukunft vermeiden zu wollen. Das mag kurzfristig Ruhe bringen, langfristig aber ist es gefährlich. Denn wer nicht bereit ist, sich mit den eigenen Problemen auseinanderzusetzen, wird sie auch nicht lösen können.
Die SPD sollte sich ein Beispiel an der Union nehmen – nicht an deren Zerrissenheit, sondern an der Bereitschaft, auch unangenehme Debatten zu führen. Nur so kann die Partei wieder an Profil gewinnen und aus dem Umfragetief herauskommen. Die Friedhofsruhe muss enden.



