Papst ernennt erste Laiin zur Kommunikationschefin im Vatikan
Erste Laiin wird Kommunikationschefin im Vatikan

Historische Ernennung im Vatikan

Papst Leo XIV. hat die erfahrene Medienmanagerin Maria Montserrat Alvarado zur neuen Leiterin des Dikasteriums für Kommunikation ernannt. Die gebürtige Mexikanerin wird damit die erste Frau ohne Ordenszugehörigkeit, die ein Dikasterium des Heiligen Stuhls führt. Ihre Amtszeit beginnt am 1. November.

Neue Ära der Kommunikation

Alvarado, die derzeit als Präsidentin des katholischen Medienunternehmens EWTN News tätig ist, wird künftig die gesamte Öffentlichkeitsarbeit des Vatikans und der Vatikanstadt verantworten. Sie tritt die Nachfolge von Paolo Ruffini an, der das Amt seit 2018 innehatte. Das Dikasterium für Kommunikation beaufsichtigt unter anderem die Print-, Radio- und Fernsehangebote des Vatikans sowie den vatikanischen Pressesaal.

Reformkurs wird fortgesetzt

Die Ernennung wird als Fortsetzung des von Papst Franziskus eingeleiteten Reformwegs gesehen. Franziskus hatte vor seinem Tod im April des Vorjahres zwei Ordensfrauen auf wichtige Posten berufen und eine „chauvinistische Mentalität“ in der Kirche kritisiert. So wurde Schwester Raffaella Petrini Präsidentin des Governatorats der Vatikanstadt, und Schwester Simona Brambilla übernahm die Leitung des Dikasteriums für die Ordensgemeinschaften.

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Expertise aus der Medienbranche

Alvarado wurde in Mexiko-Stadt geboren und absolvierte ihr Studium in den USA. Sie bringt umfassende Erfahrung im katholischen Medienbereich mit. „Sie hat sich das Vertrauen und den Respekt aller verdient, die das Privileg hatten, mit ihr zu arbeiten“, lobte EWTN-Geschäftsführer Michael P. Warsaw. Die „EWTN-Familie“ unterstütze sie bei ihrer „wichtigen Mission im Dienst von Papst Leo XIV. und seinem Pontifikat“.

Hintergrund: EWTN und der Vatikan

Die EWTN-Gruppe umfasst Fernseh- und Radiosender, die Nachrichtenagentur CNA und die Zeitung „National Catholic Register“. In der Vergangenheit kam es zwischen dem konservativen Medienkonsortium und Papst Franziskus zu Spannungen, da auf den Plattformen auch papstkritische Stimmen wie die des deutschen Kardinals Gerhard Ludwig Müller zu Wort kamen.

Papst Leo XIV. und die Digitalisierung

Papst Leo XIV. zeigt sich in Kommunikationsfragen modern: In seiner Enzyklika „Magnifica humanitas“ vom Mai setzt er sich intensiv mit den Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz aus Sicht der katholischen Soziallehre auseinander. Die Ernennung Alvarados unterstreicht den Willen des Papstes, die Kommunikation des Vatikans zukunftsfähig zu gestalten.

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