Der Berliner Senat hat eine neue Vereinbarung mit der Bundeswehr getroffen, die den Besuch von Jugendoffizieren an Schulen regelt. Damit wird die seit Jahren praktizierte Zusammenarbeit erstmals in einem verbindlichen Rahmen festgeschrieben, wie die Senatsverwaltung für Bildung mitteilte.
Jugendoffiziere als Gastredner im Klassenzimmer
Jugendoffiziere sind speziell ausgebildete Soldatinnen und Soldaten, die von Schulen eingeladen werden können, um über sicherheitspolitische Themen zu sprechen oder den Auftrag der Bundeswehr zu erläutern. Die neue Vereinbarung legt fest, unter welchen Bedingungen sie im Unterricht auftreten dürfen.
Kritik kommt unter anderem von der Bildungsgewerkschaft GEW. Die Vorsitzende der GEW Berlin, Felicia Kompio, erklärte, mit der Vereinbarung werde der Einfluss der Bundeswehr auf die schulische Bildung „systematisch ausgebaut und institutionell verankert“. Sie betonte, dass Schulen keine Orte für die indirekte Nachwuchsgewinnung der Bundeswehr sein dürften. Auch die Berliner Linksfraktion und das Bündnis Sahra Wagenknecht äußerten Kritik an der Regelung.
Bildungssenatorin verteidigt Zusammenarbeit
Die Senatsverwaltung hingegen argumentiert, dass Lehrkräfte Schülern nicht ihre eigene Meinung aufzwingen dürften. Vielmehr solle den Jugendlichen ermöglicht werden, sich eine eigene Meinung zu bilden. Was in der Gesellschaft kontrovers diskutiert werde, müsse auch im Unterricht kontrovers dargestellt werden. Ziel sei es, dass die Schüler eigenständig die politische Lage und ihre eigene Position analysieren und sich am politischen Prozess beteiligen können.
Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) sagte: „Junge Menschen wollen verstehen, was in der Welt um sie herum geschieht. Fragen von Frieden, Sicherheit und internationaler Verantwortung bewegen viele Schülerinnen und Schüler und werfen wichtige Fragen auf.“ Die Zusammenarbeit mit Jugendoffizieren der Bundeswehr leiste hierzu „seit vielen Jahren einen wertvollen Beitrag“. Die Bundeswehr selbst gibt an, bereits seit 1958 im Rahmen der politischen Bildung über friedens- und sicherheitspolitische Themen zu informieren.



