AfD bleibt stärkste Kraft, SPD fällt auf 12 Prozent – Umfrage verschärft Koalitionskrise
AfD bleibt stärkste Kraft, SPD fällt auf 12 Prozent

Die AfD bleibt in einer neuen bundesweiten Umfrage die stärkste politische Kraft in Deutschland. Im Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Insa für die „Bild am Sonntag“ kommt die von Alice Weidel und Tino Chrupalla geführte Partei unverändert auf 29 Prozent. Die Union aus CDU und CSU stagniert bei 22 Prozent, womit der Abstand zur AfD sieben Prozentpunkte beträgt. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer neu entbrannten Debatte über ein mögliches Verbot der AfD.

SPD verliert weiter an Zustimmung

Die SPD, Regierungspartner von Kanzler Friedrich Merz, muss einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Unter den Co-Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas verlieren die Sozialdemokraten einen Prozentpunkt und fallen auf zwölf Prozent. Das sind vier Prozentpunkte weniger als bei der Bundestagswahl, als sie 16,4 Prozent erzielten. Die Grünen bleiben unverändert bei 13 Prozent, die Linke bei zehn Prozent. Die FDP unter dem neuen Vorsitzenden Wolfgang Kubicki legt einen Punkt auf vier Prozent zu, würde aber den Wiedereinzug in den Bundestag verpassen. Das Bündnis Sahra Wagenknecht stagniert bei drei Prozent.

Koalitionsparteien erreichen zusammen nur 34 Prozent

Die beiden Koalitionsparteien CDU/CSU und SPD kommen gemeinsam auf lediglich 34 Prozent. Die „Bild am Sonntag“ weist darauf hin, dass die SPD unter Gerhard Schröder bei der Bundestagswahl 2005 allein auf diesen Wert kam. Seit der Wahl im Februar 2025 hat Schwarz-Rot nahezu jeden vierten Wähler verloren. Da die Union eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließt, wäre eine Regierungsbildung schwierig: Rot-Grün-Rot käme auf 35 Prozent, was keine Mehrheit wäre. Eine Kenia-Koalition aus Union, Grünen und SPD würde 47 Prozent erreichen und hätte eine Mehrheit, da 14 Prozent der Stimmen auf Parteien entfallen, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Dadurch sinkt die benötigte Stimmenzahl für eine parlamentarische Mehrheit auf über 43 Prozent.

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NRW: CDU verliert, AfD auf Platz zwei

Eine weitere Umfrage des Instituts Infratest dimap im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks (WDR) zeigt einen deutlichen Dämpfer für die CDU in Nordrhein-Westfalen. Die Partei von Ministerpräsident Hendrik Wüst fällt zum zweiten Mal in Folge auf 32 Prozent, nach 35 Prozent im Februar. Der Koalitionspartner Grüne legt um zwei Punkte auf 15 Prozent zu. Erstmals liegt die AfD im bevölkerungsreichsten Bundesland mit 17 Prozent gleichauf mit der SPD auf Platz zwei – ein Rekordwert für die Partei in dieser Umfrage. Die SPD verliert drei Prozentpunkte und nähert sich damit ihrem Rekordtief von 16 Prozent aus dem Juni 2025. Die FDP erreicht mit fünf Prozent wieder den Einzug in den Landtag, die Linke bleibt bei sechs Prozent.

Unzufriedenheit mit Landesregierung und Wüst wächst

Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Landesregierung sinkt auf 42 Prozent, sechs Prozentpunkte weniger als im Februar. Eine Mehrheit von 53 Prozent ist unzufrieden. Auch Ministerpräsident Wüst wird negativer bewertet: 42 Prozent sind zufrieden (minus drei), 40 Prozent unzufrieden (plus zwei). Die Umfragen sind mit Unsicherheiten behaftet, da nachlassende Parteibindungen und kurzfristigere Wahlentscheidungen die Gewichtung erschweren. Sie spiegeln nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang.

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