WM 2026: DFB und Spieler ringen um Prämien – Eröffnung von Protesten überschattet
Kurz vor dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika gibt es noch keine Einigung über die Turnierprämien zwischen der deutschen Nationalmannschaft und dem DFB. Abwehrspieler Jonathan Tah zeigte sich auf einer Pressekonferenz in Winston-Salem jedoch optimistisch: „Ja, wir sind kurz davor. Es sieht gut aus.“ Der FC-Bayern-Profi verhandelt gemeinsam mit Kapitän Joshua Kimmich für das Team. Dass wenige Tage vor dem ersten Gruppenspiel am Sonntag gegen Curaçao in Houston noch keine Details festgezurrt sind, ist ungewöhnlich. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte die Gespräche im Mai als konstruktiv bezeichnet, aber Stillschweigen vereinbart. Auch in der Vorwoche in Chicago konnte er keinen Abschluss vermelden.
Proteste und Blockaden zur WM-Eröffnung in Mexiko
Die Eröffnungsfeier im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt wurde von Protesten begleitet. Lehrer der Gewerkschaft CNTE demonstrierten gegen eine umstrittene Rentenreform und blockierten Straßen. Auch Angehörige von Vermissten nutzten die Bühne der WM, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Die Polizei sicherte den Flughafen mit Hunderten Beamten, und das Stadion wurde weiträumig abgeriegelt. Trotz der Unruhen begann die Partie zwischen Mexiko und Südafrika mit leichter Verspätung. Die Show mit Shakira und Burna Boy sowie Künstlern wie J Balvin und Lila Downs fand wie geplant statt.
Haiti muss WM-Trikot wegen zu kriegerischem Motiv ändern
Der kolumbianische Ausrüster Saeta hat die Trikots für Haiti auf Druck der FIFA überarbeitet. Das ursprüngliche Design zeigte eine Szene der letzten Schlacht des haitianischen Unabhängigkeitskrieges von 1803 bei Vertières. Die FIFA untersagte das Motiv als zu kriegerisch. Saeta betonte, es sei als Hommage an die Kämpfer für Haitis Zukunft gedacht gewesen, ohne politische Botschaft. Die neuen Trikots wurden bereits bei Testspielen getragen, müssen nun aber angepasst werden.
Löw kritisiert WM-Aufstockung
Weltmeister-Trainer Joachim Löw hat die Vergrößerung des Teilnehmerfeldes auf 48 Teams scharf kritisiert. „Ich bin kein Befürworter dieser WM. Der Modus mit 32 Mannschaften war gut“, sagte Löw bei RTL. Die Aufblähung sei zu viel, auch wenn er Respekt vor kleineren Nationen habe. Die WM 2026 ist die erste mit 48 Teams, was zu mehr Spielen und einer längeren Turnierdauer führt.
Dreimal Rot im Eröffnungsspiel – Sampaio im Fokus
Schiedsrichter Wilton Pereira Sampaio sorgte im Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika für einen Rekord: Er zeigte drei Rote Karten – so viele wie noch nie in einem WM-Auftaktspiel. Letztmals gab es 2006 in Deutschland bei Portugal gegen die Niederlande vier Platzverweise. Bei der WM in Katar 2022 gab es insgesamt nur vier Rote Karten.
Jiménez‘ Stirnband: Schutz nach Schädelbruch
Mexikos Stürmer Raúl Jiménez trägt aus medizinischen Gründen ein Stirnband. Nach einem Zusammenprall mit David Luiz im November 2020 erlitt er einen Schädelbruch und eine Gehirnverletzung, die lebensgefährlich waren. Nach seiner Genesung und dem Comeback 2021 schützt das Band die Narbe. Für ihn ist es längst Normalität, für viele Zuschauer jedoch ungewohnt.
WM-Tag 2: Kanada und USA steigen ein
Nach dem Eröffnungsspiel bestreiten am Freitag auch die beiden anderen Gastgeber ihre ersten Partien. Kanada trifft auf Bosnien-Herzegowina, die USA auf Paraguay. In Toronto treten Michael Bublé und Alessia Cara auf, in Los Angeles Katy Perry. Die Spiele werden live übertragen.
Deutschland startet als Weltranglisten-Zehnter
Die deutsche Nationalmannschaft geht als Zehnter der FIFA-Weltrangliste ins Turnier. Neue Nummer eins ist Titelverteidiger Argentinien vor Spanien und Frankreich. Das Ranking kann bei Punktgleichheit in der Gruppenphase herangezogen werden.
Weitere Themen: Somalia-Referee leitet Supercup, FBI warnt vor Sicherheitsrisiken
Der von den USA abgewiesene Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia wird den UEFA Supercup zwischen Paris Saint-Germain und Aston Villa pfeifen. Die UEFA würdigte seine Leistungen. FBI-Chef Kash Patel bezeichnete die WM als größte Sicherheitsherausforderung der US-Geschichte. In Hongkong wurden massenhaft gefälschte Trikots im Wert von 17 Millionen Euro beschlagnahmt. Ein US-Investor versucht, Forderungen gegen Spanien über die Nationalmannschaft geltend zu machen. Der iranische Sportminister drohte mit Spielabbruch bei politischen Protesten. Eine Umfrage zeigt, dass die WM in Deutschland keine große Konsumlaune auslöst.



