Der gewaltsame Tod von Zugbegleiter Serkan C. im Februar hat ganz Deutschland erschüttert. Nun reagiert die Deutsche Bahn mit einem umfassenden Sicherheitspaket. Täglich werden durchschnittlich acht Angriffe auf Zugbegleiter verzeichnet, wie das Unternehmen mitteilt. Um die Mitarbeiter besser zu schützen, setzt die Bahn auf Schutzwesten, Bodycams, zusätzliches Sicherheitspersonal und Künstliche Intelligenz.
Schutzwesten und Bodycams im Einsatz
Ab Juli startet ein Trageversuch mit stichfesten Schutzwesten für Kundenbetreuer. Bereits 1750 Zugbegleiter sind mit Bodycams ausgestattet, und bis August sollen alle Beschäftigten im Umgang mit den Kameras geschult sein. Laut DB-Regio-Chef Harmen van Zijderveld gab es bei über 500 Einsätzen mit Bodycams nur einen schweren Übergriff. Dies zeigt die abschreckende Wirkung der Technologie.
Mehr Personal und KI-gestützte Überwachung
Zugbegleiter sollen künftig häufiger in Doppelbesetzung oder mit Sicherheitsbegleitern unterwegs sein. Beide Modelle hätten sich bereits bewährt, um Konflikte zu entschärfen. Zudem plant die Bahn den Einsatz von Künstlicher Intelligenz: Die Aufnahmen der Kameras in den Zügen sollen in Echtzeit an die Verkehrszentrale übertragen werden. Eine KI analysiert die Bilder und meldet Konflikte wie Streitigkeiten oder Randalierer. Ein Pilotprojekt in Bremen testet dieses System bereits.
Tödlicher Angriff als Auslöser
Der Tod von Serkan C. war der Auslöser für die Sicherheitsoffensive. Der 36-jährige Familienvater wurde Anfang Februar bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalzug von Kaiserslautern nach Saarbrücken attackiert. Ein 26-jähriger Fahrgast ohne gültiges Ticket schlug mehrfach auf den Zugbegleiter ein, der später seinen Verletzungen erlag. Gegen den Täter wurde Mordanklage erhoben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, aus Verärgerung über die Kontrolle gehandelt zu haben.
Bahnchefin Evelyn Palla hatte nach der Tat einen Sicherheitsgipfel einberufen und erste Sofortmaßnahmen eingeleitet. Der aktuelle Ausbau der Schutzmaßnahmen ist ein weiterer Schritt, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu erhöhen und solche Vorfälle zu verhindern.



