WM-Treffen: Sheinbaum und Felipe VI. sprechen über Kolonialerbe
WM-Treffen: Sheinbaum und Felipe VI. über Kolonialerbe

Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum und der spanische König Felipe VI. werden sich erstmals persönlich treffen – am Rande des WM-Spiels zwischen Spanien und Uruguay in Guadalajara. Das Treffen gilt als diplomatische Annäherung nach einem jahrelangen Konflikt über die spanische Kolonialherrschaft. Sheinbaum betonte, es werde ein freundliches Gespräch, bei dem auch über die kulturelle Größe der indigenen Völker Mexikos gesprochen werde.

Hintergrund des Streits

Das historische Erbe der Conquista belastet die bilateralen Beziehungen seit Jahrhunderten. Im 16. Jahrhundert töteten die spanischen Eroberer unter Hernán Cortés schätzungsweise 90 Prozent der indigenen Bevölkerung durch Krieg, Mord und eingeschleppte Krankheiten. 2019 forderte Sheinbaums Vorgänger Andrés Manuel López Obrador in einem Brief an den König eine öffentliche Entschuldigung für diese Verbrechen. Die damalige spanische Regierung lehnte dies ab. Der Tiefpunkt kam 2024, als Felipe VI. zur Amtseinführung Sheinbaums ausgeladen wurde – explizit wegen der ausbleibenden spanischen Antwort.

Annäherung in den letzten Monaten

Seit Ende November zeigt sich Bewegung: Spaniens Außenminister José Manuel Albares erklärte, man solle „den Schmerz und die Ungerechtigkeit“ der Conquista anerkennen. Im März sprach auch Felipe VI. von „vielen Misshandlungen und ethischen Kontroversen“. Sheinbaum wertete dies als „Schritt nach vorn“ und lud den König zum WM-Spiel ein.

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„Für uns ist es sehr wichtig, dass Spanien die kulturelle Größe Mexikos anerkennt – nicht als etwas, das mit der Kolonisation begann, sondern als etwas, das aus den großen Zivilisationen der indigenen Völker stammt“, sagte Sheinbaum.

Kontroverse Aussagen aus Madrid

Erst im Mai hatte die konservative Bürgermeisterin von Madrid, Isabel Díaz Ayuso, bei einem Besuch in Mexiko-Stadt für Empörung gesorgt. Sie bezeichnete die gemeinsame Geschichte als „Liebesgeschichte“ und sagte: „Mexiko existierte nicht, bis die Spanier hier ankamen.“ Sheinbaum will dieser Sichtweise nun entgegentreten. Ob die spanischen Fans den König in Guadalajara freundlich empfangen werden, bleibt abzuwarten. Am Mittwoch waren noch keine spanischen Trikots oder Flaggen in der Stadt zu sehen.

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