Die Kandidatur Deutschlands für einen Sitz im Uno-Sicherheitsrat steht auf der Kippe. Außenminister Johann Wadephul (CDU) betreibt bis zuletzt intensive Überzeugungsarbeit und Tauschgeschäfte, um die notwendige Unterstützung zu sichern. An diesem Mittwoch fällt die Entscheidung – und der Ausgang ist alles andere als sicher.
Hintergrund der Kandidatur
Deutschland bewirbt sich um einen der nichtständigen Sitze im mächtigsten Gremium der Vereinten Nationen. Die Wahl findet am Mittwoch in New York statt. Sollte die Bundesrepublik scheitern, wäre dies ein herber Rückschlag für die deutsche Außenpolitik und würde auch Wadephuls Verantwortung zugeschrieben werden.
Wadephuls Strategie
Der Außenminister setzt auf eine Kombination aus diplomatischen Verhandlungen und konkreten Angeboten. In den vergangenen Wochen führte er zahlreiche Gespräche mit Amtskollegen aus aller Welt, um Stimmen zu gewinnen. Dabei geht es nicht nur um politische Unterstützung, sondern auch um handfeste Tauschgeschäfte – etwa bei der Besetzung von Posten in internationalen Organisationen oder bei der Unterstützung eigener Projekte.
„Wir kämpfen bis zur letzten Minute“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Die Konkurrenz ist stark: Neben Deutschland bewerben sich auch andere Länder um die begehrten Sitze, darunter Staaten aus Afrika, Asien und Lateinamerika.
Mögliche Folgen eines Scheiterns
Ein Scheitern wäre nicht nur ein persönlicher Rückschlag für Wadephul, sondern würde auch Deutschlands Anspruch auf eine größere Rolle in der Weltpolitik infrage stellen. Die Bundesregierung hatte sich viel von einer Mitgliedschaft im Sicherheitsrat versprochen, insbesondere in den Bereichen Krisenprävention und Klimasicherheit.
Kritiker werfen Wadephul vor, zu spät mit der Kampagne begonnen zu haben. Zudem hätten innenpolitische Streitigkeiten die Außendarstellung geschwächt. „Wenn Deutschland heute scheitert, ist es auch Wadephuls Verantwortung“, betont ein Diplomat in New York.
Ausblick
Die Abstimmung am Mittwoch wird mit Spannung erwartet. Deutschland benötigt eine Zweidrittelmehrheit der anwesenden Mitglieder der Generalversammlung. Sollte die erforderliche Anzahl nicht erreicht werden, könnte es in den kommenden Tagen zu weiteren Wahlgängen kommen.
Bis dahin wird Wadephul weiter um jede Stimme ringen. Die nächsten Stunden werden zeigen, ob sich seine Bemühungen auszahlen oder ob Deutschland einen weiteren außenpolitischen Dämpfer hinnehmen muss.



