Historischer Einsatz verhindert: USA weist somalischen Schiedsrichter aus
Die Teilnahme an einer Fußball-Weltmeisterschaft gilt für Schiedsrichter als die größte Ehre ihrer Karriere. Umso bitterer ist der Fall von Omar Abdulkadir Artan aus Somalia. Er sollte als erster Referee seines Landes bei einer WM pfeifen – doch die Vereinigten Staaten verweigerten ihm die Einreise. Die FIFA bestätigte am Dienstag, dass Artan nicht am Turnier in den USA, Mexiko und Kanada teilnehmen kann.
Ein Sprecher des Fußball-Weltverbandes erklärte gegenüber AFP: „Die FIFA kann bestätigen, dass der Schiedsrichter Omar Artan nicht an der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 teilnehmen und dort Spiele leiten kann, nachdem ihm die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert wurde.“ Der Sprecher betonte, dass die FIFA keinen Einfluss auf Einreiseentscheidungen der Gastgeberländer habe.
US-Behörde beruft sich auf Sicherheitsbedenken
Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) bestätigte gegenüber der Associated Press, dass einem somalischen Staatsbürger, der als Schiedsrichter bei der WM eingesetzt werden sollte, die Einreise verweigert wurde. Er war am Samstag aus Istanbul am internationalen Flughafen Miami angekommen. In einer Erklärung der CBP heißt es: „Bei der Abfertigung wurde der Reisende einer zusätzlichen Kontrolle unterzogen. Dies ist ein routinemäßiger Bestandteil des CBP-Kontrollverfahrens, wenn Beamte Angaben überprüfen oder die Einreiseberechtigung feststellen müssen. Nach der Kontrolle wurde festgestellt, dass der Reisende aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht einreiseberechtigt war, und ihm wurde die Einreise verweigert.“
Artan besaß gültiges US-Visum
Nach Angaben des somalischen Sportministeriums waren die Gründe für die Einreiseverweigerung zunächst unklar. Der 34-jährige Artan habe jedoch ein gültiges Visum für die USA besessen, sagte Ciise Aden Abshir, ehemaliger Kapitän der somalischen Nationalmannschaft und heutiger Berater des Sportministeriums. Nach der gescheiterten Einreise sei Artan nach Istanbul zurückgeflogen.
Artan hätte als erster somalischer Schiedsrichter bei einer WM Geschichte geschrieben. Er war einer von 52 Unparteiischen, die von der FIFA für das Turnier nominiert wurden, das in den USA, Mexiko und Kanada stattfindet. Die Entscheidung der US-Behörden wirft Fragen auf und sorgt für Unverständnis in der Fußballwelt.



