Die USA und der Iran stehen offenbar vor einer Wiederaufnahme ihrer Gespräche über ein Ende des Irankriegs. Wie US-Medien unter Berufung auf einen US-Beamten berichten, hat sich der US-Unterhändler Steve Witkoff auf den Weg in die Schweiz gemacht. Dort soll die erste Gesprächsrunde über ein mögliches Atomabkommen stattfinden.
Erste Runde war verschoben worden
Die ursprünglich für Freitag geplante Runde war ausgefallen, nachdem es erneut zu gegenseitigen Angriffen zwischen der israelischen Armee und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon gekommen war. US-Unterhändler Jared Kushner hält sich bereits in der Schweiz auf, wie das Portal „Axios“ berichtete. Auch Irans Außenminister Abbas Araghchi plane eine Reise in die Schweiz, zitierte das Nachrichtenportal eine informierte Quelle. Allerdings könne sich dies noch ändern. Die Iraner wollten zunächst abwarten, ob eine neue Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz Bestand habe.
Pakistans Innenminister als Vermittler
Der pakistanische Innenminister Mohsin Naqvi ist am Morgen in den Iran gereist, um mit der dortigen Führung die Fortsetzung der Verhandlungen mit den USA zu besprechen. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Mehr landete Naqvis Maschine zunächst in der Pilgerstadt Maschhad. Während seines Besuchs wird Naqvi mit Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghchi zusammentreffen. Pakistan fungiert seit April offiziell als Vermittler zwischen den Kriegsgegnern.
Rahmenabkommen unterzeichnet
Washington und Teheran hatten diese Woche ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das eine Beendigung der Kampfhandlungen in der Region vorsieht. Weitere Verhandlungen über strittige Punkte, etwa das iranische Atomprogramm, sollen innerhalb von 60 Tagen folgen. Bereits früh in den Verhandlungen hatte Iran Wiederaufbauhilfen gefordert. Das Abkommen sieht mindestens 300 Milliarden US-Dollar als eine Art Aufbaufonds vor – die Finanzierung ist jedoch bisher nicht geklärt. Nach Einschätzung von Beobachtern wäre Teheran auch mit den im vergangenen Monat geforderten 24 Milliarden US-Dollar in zwei Raten zunächst zufriedengestellt. Zudem fordert Iran ein Ende der Banksanktionen, um wieder Zugang zum internationalen Finanzsystem zu erhalten und sein Öl legal verkaufen zu können. Iran hat wiederholt betont, dass es ohne diese Zusage keine finale Einigung geben wird.



