US-Senator wirft Israel willkürliche Gefangennahme einer Amerikanerin vor
Der demokratische US-Senator Chris Van Hollen hat die israelische Regierung scharf kritisiert und die Freilassung einer 20-jährigen amerikanischen Studentin gefordert. Die junge Frau wurde nach seinen Angaben gemeinsam mit drei weiteren Studentinnen der Universität Bir Seit im Westjordanland vom israelischen Militär mitten in der Nacht gefangen genommen und wird nun ohne Anklage festgehalten. In einem auf der Plattform X verbreiteten Video schilderte der Politiker den Vorfall und machte seinem Unmut Luft.
Laut Van Hollen seien israelische Sicherheitskräfte um drei Uhr morgens zum Haus der Studentin gekommen und hätten sie ohne Angabe von Gründen mitgenommen. Die 20-Jährige habe darauf hingewiesen, dass sie amerikanische Staatsbürgerin sei, doch dies habe die Soldaten nicht beeindruckt. Der Senator habe kurz nach dem Vorfall mit der Mutter der Festgenommenen gesprochen, die ebenfalls US-Bürgerin sei. Sie sei völlig verzweifelt gewesen und habe ihm mitgeteilt, dass ihre Tochter an einer behandlungsbedürftigen Erkrankung leide.
Van Hollen forderte die israelische Regierung auf, zu erklären, warum die Studentinnen verhaftet wurden. Bislang habe die Regierung weder der Familie noch der US-Botschaft den Aufenthaltsort oder die Gründe für die Inhaftierung genannt. Der Senator richtete seine Forderungen an den US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, und an US-Außenminister Marco Rubio, um die sofortige Freilassung der amerikanischen Studentin zu gewährleisten.
Der Vorfall sei Teil eines besorgniserregenden Musters, so Van Hollen. Bereits in der Vergangenheit seien amerikanische Bürger von gewalttätigen israelischen Siedlern und Sicherheitskräften getötet worden, ohne dass es zu einer Rechenschaft gekommen sei. Dies müsse sich ändern. Der Senator zeigte sich verärgert: „Ich bin es wirklich leid, dass die israelische Regierung US-Steuergelder annimmt und anschließend Amerikaner schlecht behandelt.“
Universität Bir Seit erneut im Fokus
Die Universität Bir Seit in der Nähe von Ramallah gilt als eine der angesehensten Hochschulen in den palästinensischen Gebieten. Ihr Präsident erklärte, dass die Einrichtung bereits mehrfach Ziel von Angriffen der israelischen Armee geworden sei. Berichten zufolge handelt es sich bei einer der drei anderen festgenommenen Studentinnen um eine ehemalige Spielerin der palästinensischen Fußballnationalmannschaft. Die Hintergründe der nächtlichen Aktion bleiben vorerst unklar.



