Die Lage für Seeleute in der Region um die Straße von Hormus bleibt angespannt. Das US-Militär hat einen Tanker unter der Flagge Palaus im Golf von Oman angegriffen. Der Vorfall ereignete sich, nachdem die Besatzung des Schiffes namens „Settebello“ sich geweigert hatte, den Anweisungen der US-Streitkräfte Folge zu leisten. Laut dem US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) wurde der Maschinenraum des Tankers beschossen, weil das Schiff verdächtigt wurde, iranisches Öl zu transportieren.
Drei Tote und 21 Gerettete
Indiens Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal gab auf der Plattform X bekannt, dass drei indische Besatzungsmitglieder bei dem Angriff ums Leben kamen. Das indische Außenministerium bestätigte, dass die übrigen 21 Seeleute gerettet werden konnten. In einer offiziellen Mitteilung verurteilte das Ministerium den Angriff scharf, ohne die USA direkt zu nennen. Es hieß: „Die Angriffe auf die Handelsschifffahrt und die zivile Infrastruktur in der Region müssen eingestellt werden.“
Indien protestiert gegen US-Vorgehen
Berichten indischer Medien zufolge bestellte das Außenministerium aus Protest den Geschäftsträger der US-Botschaft in Neu-Delhi ein. Manoj Yadav, Generalsekretär der Forward Seamen’s Union of India, äußerte gegenüber der Zeitung „The Economic Times“ seine Empörung. Er weigerte sich zu glauben, dass die USA keine Informationen über die Nationalitäten der Besatzungsmitglieder gehabt hätten. Yadav schlug vor, dass eine Festsetzung der Schiffe eine sinnvollere Alternative gewesen wäre.
Hintergrund des Konflikts
Die USA haben als Reaktion auf die faktische Blockade der Straße von Hormus durch Iran eine Blockade iranischer Häfen verhängt. Seit Mitte April wurden nach US-Angaben insgesamt acht Schiffe manövrierunfähig gemacht. Mit dieser Maßnahme wollen die USA wirtschaftlichen Druck auf Iran ausüben, der stark vom Ölhandel abhängig ist. Die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) hatte zuvor über den Vorfall informiert und berichtet, dass im Maschinenraum ein Feuer ausgebrochen sei. Die Besatzung wurde evakuiert, wobei zunächst von zwei Vermissten und einem Opfer die Rede war. Die genauen Umstände des Angriffs bleiben weiterhin unklar.



