Ukraine-Krieg: Zwei Tote bei Drohnenangriffen, NATO baut Präsenz aus
Ukraine-Krieg: Tote bei Drohnenangriffen, NATO ausgebaut

Die Ukraine ist in der Nacht zum Sonntag erneut von russischen Angriffen erschüttert worden. Dabei kamen mindestens zwei Menschen ums Leben. In der zentralukrainischen Region Dnipropetrowsk wurde ein 59-jähriger Mann durch Drohnen- und Raketenangriffe getötet, wie der örtliche Gouverneur Oleksandr Hanscha auf Telegram mitteilte. In der südlichen Region Saporischschja starb ein 56-jähriger Minibusfahrer bei einem Drohnenangriff, berichtete der staatliche Rettungsdienst. Zudem wurde in Dnipropetrowsk ein 35-Jähriger verletzt, und die Infrastruktur erlitt Schäden.

Stromversorgung am AKW Saporischschja wiederhergestellt

Eine wichtige Stromleitung am Atomkraftwerk Saporischschja, dem größten Kernkraftwerk Europas, funktioniert wieder. Nach einem 15-stündigen Ausfall sei die externe Versorgung wiederhergestellt worden, teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Zuvor musste die Anlage auf Notstromdieselgeneratoren zurückgreifen, um die sechs abgeschalteten Reaktoren zu kühlen. Es war bereits der 18. Ausfall der externen Stromversorgung seit Beginn des russischen Angriffskriegs.

NATO baut Präsenz in Schweden und Finnland aus

Die NATO verstärkt ihre Truppen an der Nordostflanke. Am Samstag nahmen neu geschaffene Einheiten in Schweden und Finnland ihren Betrieb auf. Die sogenannten Forward Land Forces (FLF) umfassen eine Kampfgruppe im schwedischen Boden sowie ein multinationales Hauptquartier in Rovaniemi, Finnland. US-General Alexus Grynkewich, Oberbefehlshaber der NATO-Truppen in Europa, bezeichnete die Region als eine der strategisch bedeutendsten mit einem der schwierigsten Umgebungen weltweit. Die Entscheidung zur Aufstellung der FLF in Finnland war 2024 beim NATO-Gipfel in Washington gefallen. Finnland, das eine über 1300 Kilometer lange Grenze zu Russland teilt, war im April 2023 der NATO beigetreten, Schweden folgte 2024 – beide als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

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Ukraine setzt auf Rüstungsindustrie als Wirtschaftsmotor

Die Ukraine sieht ihre Rüstungsindustrie als dauerhafte Quelle wirtschaftlicher Stärke. Finanzminister Serhij Martschenko erklärte auf dem Jahrestreffen der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) in Riga, dass die Nachfrage einen boomenden Wirtschaftszweig hervorgebracht habe. Entscheidend sei nun, die Industrie zu stärken, Entwicklungskapazitäten zu schaffen und das militärische Potenzial für einen breiteren Markt zu öffnen. Die Ukraine erwägt daher, die Ausfuhr von Militärgütern zu ermöglichen. Martschenko betonte, dass diese Entwicklungen auch zur Schaffung eines zivilen Umfelds nach dem Krieg beitragen könnten, da ein Teil der Produktion für zivile Zwecke umgenutzt werden könne.

Selenskyj trifft Merz, Starmer und Macron in London

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer kommen am Sonntagabend in London mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammen. Das Treffen soll laut Pariser Angaben der weiteren Unterstützung der Ukraine und dem verstärkten Druck auf Russland dienen. Zudem soll eine Bestandsaufnahme der Arbeiten der sogenannten Koalition der Willigen erfolgen, zu der etwa 35 überwiegend europäische Länder zählen, darunter Deutschland. Moskau und Kyjiw hatten ihre gegenseitigen Angriffe zuletzt verstärkt, während Bemühungen um eine Beendigung des Krieges stocken. Kreml-Chef Wladimir Putin hatte ein von Selenskyj vorgeschlagenes Gipfeltreffen abgelehnt, woraufhin Selenskyj ihm vorwarf, den Krieg „einfach nicht beenden“ zu wollen.

Ukrainischer Drohnenangriff auf Öldepot in Leningrad

Das ukrainische Militär teilte mit, es habe in der Nacht ein Öldepot und einen Ölterminal in der russischen Region Leningrad getroffen. Präsident Selenskyj erklärte zudem, dass auch ein weiteres Öldepot in der Region Krasnodar angegriffen worden sei.

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Grünen-Chefin fordert Festsetzung von Putins Schattenflotte

Die Bundesvorsitzende der Grünen, Franziska Brantner, forderte Kanzler Friedrich Merz auf, Russlands sogenannte Schattenflotte auf der Ostsee festzusetzen. Auf einem Landesparteitag der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern in Stralsund sagte sie: „Das Meer, was hier vor euch liegt, das trägt auch das Öl, mit dem Putin immer noch seinen Krieg bezahlt.“ Sie betonte, dass die Bundesregierung die Schattenflotte festsetzen könne, wenn sie wolle. Gemeint sind Tanker und Frachtschiffe, mit denen Russland Sanktionen umgeht, etwa beim Öltransport.

Ukraine greift Russland massiv mit Kampfdrohnen an

Am letzten Tag des internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg haben die ukrainischen Streitkräfte die Millionenstadt erneut unter Beschuss genommen. Gouverneur Alexander Beglow und der Zivilschutz informierten über einen „großangelegten Angriff durch militärische Drohnen“. Die Flugabwehr sei aktiv. Bereits am ersten Tag des Forums am Mittwoch hatten Angriffe auf eine Ölraffinerie schwarze Rauchwolken über der Altstadt verursacht.

Ukraine entschuldigt sich bei Griechenland für Drohnenvorfall

Das ukrainische Außenministerium hat sich für den Fund einer sprengstoffbeladenen Seedrohne vor der griechischen Ferieninsel Lefkada entschuldigt. Außenamtssprecher Heorhij Tychyj schrieb auf X, der Vorfall sei auf Umstände zurückzuführen, die durch die anhaltende russische Aggression verursacht wurden. Er betonte, dass der russische Krieg auch eine Bedrohung für benachbarte europäische Staaten darstelle. Gleichzeitig bedankte sich Kyjiw für die griechische Unterstützung seit Kriegsbeginn 2022. Bereits im Mai hatten Fischer vor Lefkada ein etwa sechs Meter langes unbemanntes Boot mit laufendem Motor und rund 100 Kilogramm Sprengstoff entdeckt. Die Küstenwache machte den Sprengsatz mit einer kontrollierten Explosion unschädlich. Athen hatte in einer Protestnote eine Gefährdung der maritimen Sicherheit und ein Risiko für Zivilisten beklagt.

Wadephul sagt Ukraine unerschütterliche Unterstützung zu

Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat der Ukraine nach Putins Absage an ein Verhandlungsangebot unverbrüchliche Unterstützung zugesagt. Er sagte am Rande seines Besuchs in Mexiko-Stadt: „Unsere Unterstützung für die Ukraine ist und bleibt unerschütterlich.“ Je eher Putin an den Verhandlungstisch komme, desto eher höre das Sterben auf – nicht nur von Zivilisten in der Ukraine, sondern auch von russischen Soldaten. Zugleich verlangte er erneut die Einbeziehung der Europäer in mögliche Verhandlungen. „Deutschland steht zu 100 Prozent an der Seite der Ukraine“, versicherte er.

Selenskyj: Putins Absage zeigt mangelnden Friedenswillen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wertete Putins Absage eines Treffens als Zeichen, dass der Kreml den Krieg nicht beenden wolle. In seiner abendlichen Videobotschaft sagte er: „Leider entscheidet sich die russische Seite einmal mehr für den Krieg.“ Alle hätten die schwache Antwort gehört, die viele Menschen weltweit enttäuscht haben dürfte.

Kreml: Putin traf Schröder zu Vieraugengespräch

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich nach Kreml-Angaben zu einem Vieraugengespräch mit Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) getroffen. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow bestätigte das Treffen im Kreml, machte aber keine Angaben zum Inhalt. Putin hatte Schröder kürzlich als möglichen Vermittler für Gespräche zwischen der EU und Russland genannt. Der Vorschlag stieß in Deutschland und anderen EU-Staaten auf Ablehnung.

Russische Soldaten bei Zwischenfall an AKW Saporischschja verletzt

Bei einem schweren Zwischenfall nahe dem ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja sind nach IAEA-Angaben russische Soldaten verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich während der Minenräumung im Rahmen einer lokalen Waffenruhe. Russland warf der Ukraine vor, die von der IAEA vermittelte Feuerpause gebrochen zu haben. Die ukrainische Seite teilte der Behörde mit, sie halte an der Vereinbarung fest. IAEA-Chef Rafael Grossi rief zu maximaler militärischer Zurückhaltung und vollständiger Einhaltung der Waffenruhe auf.

Britischer Premier Starmer warnt vor russischem Angriff auf NATO in vier Jahren

Der britische Premierminister Keir Starmer warnte, dass Russland bereits in vier Jahren einen NATO-Staat angreifen könnte. „Nach Einschätzung unserer Geheimdienste und anderer NATO-Staaten könnte es bereits 2030 zu einem Angriff Russlands auf die NATO kommen“, sagte er beim Besuch eines Drohnenherstellers. Ähnliche Warnungen hatten zuvor NATO-Generalsekretär Mark Rutte und der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, ausgesprochen.

EU-Wirtschaftskommissar gegen Lockerung von Russland-Sanktionen

EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis sprach sich auf dem EBWE-Jahrestreffen in Riga klar gegen eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland aus. „Es ist klar, dass es jetzt nicht an der Zeit ist, den Druck auf Russland zu verringern. Wir müssen weiterhin Druck ausüben, weiterhin Sanktionen verhängen“, sagte er. Er räumte ein, dass dies angesichts der nötigen Einstimmigkeit keine einfache Aufgabe sei, verwies aber auf Initiativen von Mitgliedstaaten zu weiteren Handels- und Visabeschränkungen.

Putin will sich nicht mit Selenskyj treffen

Russlands Präsident Wladimir Putin sieht keinen Grund für ein Treffen mit Selenskyj. Auf dem St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum (SPIEF) sagte er, Selenskyjs Brief sei stellenweise unhöflich und wirke nicht wie ein aufrichtiges Angebot. „Ich sehe derzeit keinen Sinn darin“, so Putin.

Bundeskanzler begrüßt Selenskyjs Gesprächsangebot an Putin

Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßte Selenskyjs Angebot zu direkten Gesprächen mit Putin. Am Rande des EU-Westbalkan-Gipfels in Montenegro machte er jedoch deutlich, dass die Europäer an möglichen Friedensgesprächen beteiligt sein wollten. Dies werde auch Gegenstand der geplanten Gespräche in London sein.

Putin räumt wirtschaftliche Probleme in Russland ein

Russlands Präsident Wladimir Putin hat auf dem SPIEF wirtschaftliche Probleme eingeräumt. „Ja, die wirtschaftliche Dynamik ist derzeit gebremst“, sagte er. Russland sei jetzt auf dem Niveau Europas angelangt. Zugleich zeigte er sich zuversichtlich, dass es bald wieder bergauf gehe. Trotz westlicher Sanktionen hatte Moskau in den ersten Kriegsjahren durch die Umstellung auf Kriegsproduktion Wirtschaftswachstum erzielt, doch das Wachstum kühlte sich 2025 ab, und im ersten Quartal 2026 verzeichnete die Regierung einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts.