Eine Recherche der New York Times zeigt: Die Bauprojekte von US-Präsident Donald Trump in Washington werden voraussichtlich mehr als 1,2 Milliarden Dollar verschlingen. Trump hatte stets betont, dass die Kosten durch private Spenden gedeckt seien und „kein Cent“ Steuergeld fließe. Doch nun wird klar, dass die öffentliche Hand tief in die Tasche greifen muss. Insgesamt 18 Bauvorhaben wurden in Trumps zweiter Amtszeit gestartet, von denen viele von Verzögerungen, Rechtsstreitigkeiten und Korruptionsvorwürfen geplagt sind.
Der Ballsaal: 400 Millionen Dollar und ein Bunker
Das größte Prestigeprojekt ist ein neuer Ballsaal am Weißen Haus. Anstelle des Ostflügels klafft ein riesiges Loch, in das bereits Beton für den Keller fließt. Der Ballsaal soll 400 Millionen Dollar kosten, ein darunter geplanter Hochsicherheitsbunker noch einmal 400 Millionen. Trump verweist auf private Spender, doch deren Namen wurden zwar veröffentlicht, die Summen aber nicht. Der Secret Service hat bereits 350 Millionen Dollar für den Bunker und ein neues Kommandozentrum abgezweigt; die restlichen 50 Millionen sind ungedeckt.
Pool-Debakel: Algen statt Flaggen-Blau
Die Renovierung des berühmten „Reflecting Pool“ vor dem Lincoln Memorial wurde zum Sommertheater. Trump hatte von einem Schimmern in US-Flaggen-Blau geschwärmt, doch nun ist das Wasser wegen einer Algenblüte giftgrün. Die Kosten explodierten von ursprünglich 1,8 auf 16,4 Millionen Dollar. Für die Reinigung wurde die Firma eines Trump-Bekannten ohne Ausschreibung beauftragt.
Goldene Statuen und sprudelnde Brunnen
Weitere Projekte treiben die Kosten in die Höhe: Der „National Garden of American Heroes“ mit 250 lebensgroßen Statuen soll 40 Millionen Dollar kosten. Die Renovierung des Kennedy Centers verschlingt 250 Millionen Dollar – Trump ließ seinen eigenen Namen anbringen, der nach einem Gerichtsbeschluss wieder entfernt wurde. Für die Vergoldung von vier Statuen nahe der National Mall mit 23,75-karätigem Blattgold sind 5,1 Millionen Dollar veranschlagt. Acht Brunnen sollen für 58 Millionen Dollar wieder sprudeln.
Triumphbogen: „Arc de Trump“ verspottet
Ein geplanter Triumphbogen, höher als der Pariser Arc de Triomphe, wird bereits als „Arc de Trump“ verspottet. 15 Millionen Dollar Steuergeld stecken in dem Projekt, allein die Umweltprüfung kostete 500.000 Dollar. Die Gesamtkosten werden auf über 100 Millionen Dollar geschätzt. Trump verkauft seine Bauwelle als privat finanzierte Prestigeprojekte zum 250-jährigen Jubiläum der USA, doch am Ende zahlen offenbar auch die Steuerzahler.



