Das Kennedy Center in Washington hat angeordnet, den Namen von US-Präsident Donald Trump aus allen offiziellen Dokumenten zu tilgen. In einem internen Memo wurden die Mitarbeiter der renommierten Kultureinrichtung angewiesen, Trumps Namen „sofort“ aus E-Mail-Signaturen, Briefköpfen und Anrufbeantwortern zu löschen. Bis zum 12. Juni müssen zudem die Webseite, Broschüren sowie sämtliche Schilder im Innen- und Außenbereich entsprechend überarbeitet werden.
Gerichtsurteil erzwingt Namensänderung
Der Schritt erfolgt als Konsequenz einer Gerichtsentscheidung aus der Vorwoche. Ein Richter verfügte, dass Trumps Name wieder von der Fassade des Zentrums entfernt werden muss. Darüber hinaus darf das Kennedy Center vorläufig nicht – wie von Trump geplant – für zwei Jahre wegen Renovierungsarbeiten geschlossen werden. Trump reagierte äußerst verärgert auf das Urteil.
Trumps Kampf gegen „anti-amerikanische Propaganda“
Trump hatte das Kennedy Center kurz nach seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr unter seine Kontrolle gebracht und einen Kampf gegen „anti-amerikanische Propaganda“ in der Kulturwelt angekündigt. Er entließ mehrere Mitglieder des Kuratoriums, übernahm selbst den Vorsitz und beauftragte seinen Vertrauten Richard Grenell mit der Neuausrichtung der Institution. Im Dezember wurde das Kennedy Center in „Trump Kennedy Center“ umbenannt, was zu massiven Protesten führte – zahlreiche Künstler sagten ihre Auftritte ab.
Trump-Promenade in Planung
Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass nur wenige hundert Meter vom Kennedy Center entfernt ein weiteres Bauprojekt mit Trumps Namen entstehen soll: die „Trump-Promenade“. US-Präsident Donald Trump kündigte im Weißen Haus an, dass die neue Flaniermeile das Denkmal für den früheren Präsidenten Abraham Lincoln mit dem nahegelegenen Potomac-Fluss verbinden werde. „Sie wollen es die Trump-Promenade nennen“, sagte der 79-Jährige. „Ich weiß nicht, ob ich das will, aber es wird wunderschön werden“, fügte er hinzu. Das Lincoln-Denkmal zählt zu den meistbesuchten Attraktionen der US-Hauptstadt. In dem tempelartigen Bauwerk steht eine Marmorstatue des sitzenden Lincoln, der während des Bürgerkriegs von 1861 bis zu seiner Ermordung 1865 Präsident war.
Weitere Prestigeprojekte in Washington
Trump lässt Washington an mehreren Stellen umgestalten, um sich ein Denkmal zu setzen. So ließ er etwa den historischen Ostflügel des Weißen Hauses abreißen, um an seiner Stelle einen Ballsaal zu errichten, der nach seinen Plänen 2028 fertiggestellt werden soll. Auf der anderen Seite des Potomac plant Trump einen riesigen Triumphbogen, der fast dreimal so hoch wie das Brandenburger Tor in Berlin und anderthalbmal so hoch wie der Pariser Triumphbogen werden soll. Zudem hat der Präsident seinen Namen an einer Reihe von Gebäuden anbringen lassen. Am Kennedy Center wird er künftig nicht mehr stehen, wohl aber weiterhin am Friedensinstitut, einer Bundesbehörde.



