Beim NATO-Gipfel in Washington hat US-Präsident Donald Trump die iranische Führung in ungewöhnlich scharfer Form attackiert. In einer Pressekonferenz bezeichnete er die Regierung in Teheran als „krank“, „Abschaum“ und „Lügner“. Er warf ihr vor, hinter verschlossenen Türen Deals mit Washington geschlossen zu haben, diese dann aber vor der Presse zu leugnen.
Waffenruhe „vorbei“ – Trump stellt Ultimatum
Trump erklärte zudem, dass die zwischen beiden Ländern ausgehandelte Waffenruhe nun „vorbei“ sei. Er kündigte an, dass die USA alle Optionen prüfen würden, um ihre Interessen in der Region zu schützen. Die Äußerungen fielen vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen nach dem Tod des iranischen Führers Ali Khamenei.
„Wir haben Abmachungen getroffen, die sie dann öffentlich abgestritten haben“, so Trump. „Das ist kein verlässlicher Partner.“ Der US-Präsident bezog sich dabei offenbar auf informelle Gespräche über ein begrenztes Atomabkommen, über die US-Medien zuvor spekuliert hatten.
Reaktionen aus Teheran und den NATO-Partnern
Aus Teheran gab es zunächst keine offizielle Reaktion auf Trumps Äußerungen. Allerdings zeigten staatliche Medien Aufnahmen von Trauerzeremonien für Khamenei, bei denen Rache geschworen wurde. Einige europäische NATO-Partner zeigten sich besorgt über die Eskalation der Rhetorik. Ein französischer Diplomat sagte: „Wir brauchen Deeskalation, nicht weitere Provokationen.“
Die USA hatten zuvor bereits Militärschläge gegen iranische Einrichtungen durchgeführt, darunter Militärboote und Flugabwehrsysteme. Videos von Explosionen in Iran kursierten in sozialen Netzwerken. Trump verteidigte die Angriffe als notwendig zur Selbstverteidigung.
Hintergrund: Khameneis Tod und die Folgen
Die Spannungen hatten sich nach dem Tod von Ayatollah Ali Khamenei verschärft. In Teheran fanden Massenkundgebungen statt, bei denen die Teilnehmer Vergeltung forderten. Die USA hatten ihre Truppen in der Region in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Trumps jüngste Äußerungen könnten die Lage weiter anheizen.
Analysten warnen vor einer unkontrollierten Eskalation. „Die Rhetorik erinnert an die Zeit vor dem Sturz von Qasem Soleimani“, sagte ein Nahost-Experte der Universität Harvard. „Damals folgten Taten auf Worte. Die Region steht am Abgrund.“



