Trump droht Iran mit vollständiger Zerstörung bei Scheitern der Gespräche
Die Verhandlungen über eine Verlängerung der Waffenruhe im Iran-Konflikt stehen auf wackligen Beinen. US-Präsident Donald Trump (79) erklärte zwar, die Gespräche mit dem iranischen Regime würden am Dienstag wieder aufgenommen, doch Teheran signalisierte bereits, keine Delegation entsenden zu wollen. Die Aussichten auf einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen werden als äußerst gering eingeschätzt.
Drohkulisse aus Washington
In einem Interview mit Fox News kündigte Trump an, seine Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff würden zu den Verhandlungen in die pakistanische Hauptstadt Islamabad reisen. Gleichzeitig richtete er eine drastische Warnung an das iranische Regime: Sollte Teheran einem Abkommen nicht zustimmen, werde ganz Iran „in die Luft gejagt“. Der US-Präsident konkretisierte seine Drohung und erklärte, die USA würden im Falle eines Scheiterns der Gespräche Brücken und Kraftwerke im Iran angreifen.
Iran lehnt Teilnahme an Gesprächen ab
Entgegen Trumps Behauptungen berichteten iranische Staatsmedien am Sonntagabend, dass Teheran keine Teilnahme an neuen Gesprächen plane. Der staatliche Sender IRIB erklärte unter Berufung auf iranische Quellen: „Es gibt derzeit keine Pläne, an der nächsten Runde der Gespräche zwischen dem Iran und den USA teilzunehmen.“ Als Begründung führten die Mullahs an, Washington bleibe bei seinen „maximalistischen, unvernünftigen und unrealistischen Forderungen“ und betreibe „häufige Positionswechsel, ständige Widersprüche und die Fortsetzung der sogenannten Seeblockade“.
Knackpunkte der Verhandlungen
Trump nannte gegenüber Fox News zwei zentrale Forderungen an den Iran: die Wiedereröffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus und die Aufgabe seines hochangereicherten Urans. Bereits am Freitag hatte der US-Präsident verkündet, das Iran-Regime sei seinen Forderungen nachgekommen – eine Behauptung, die Teheran später jedoch entschieden zurückwies. Stattdessen beschoss der Iran ein Schiff, das versucht hatte, die Straße von Hormus zu passieren.
Eskalation der militärischen Auseinandersetzungen
Die Spannungen zwischen beiden Ländern haben sich in den letzten Tagen weiter verschärft. Trump warf Teheran vor, mit Angriffen am Samstag den seit dem 8. April geltenden, zweiwöchigen Waffenstillstand verletzt zu haben. Die iranischen Angriffe richteten sich seinen Angaben zufolge gegen ein französisches und ein britisches Schiff.
Am Sonntag teilte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social mit, dass die US-Marine auf den unter iranischer Flagge fahrenden Frachter „Touska“ geschossen und das Schiff unter ihre Kontrolle gebracht habe. Das Schiff habe versucht, die von den USA errichtete Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus zu umgehen.
Iran kündigt Vergeltung an
Die iranische Armee reagierte umgehend auf die Beschlagnahmung der „Touska“ und kündigte Vergeltungsmaßnahmen an. Der Sprecher des iranischen Generalstabs erklärte am Montag im Onlinedienst Telegram: „Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran werden bald zurückschlagen und Vergeltungsmaßnahmen gegen diesen Akt bewaffneter Piraterie und gegen die amerikanische Armee ergreifen.“ Er warf den USA vor, die bis Mittwoch geltende Feuerpause verletzt zu haben.
Zeitdruck durch auslaufende Waffenruhe
Die aktuelle Kampfpause läuft am Mittwoch aus, sofern keine Verlängerung vereinbart wird. Solche Pläne waren nach der vor knapp zwei Wochen erzielten Waffenruhe offenbar auf Eis gelegt worden, doch Trumps jüngste Drohungen und die iranische Weigerung, an weiteren Gesprächen teilzunehmen, lassen wenig Raum für Optimismus. Die diplomatischen Bemühungen stehen somit vor einer entscheidenden Bewährungsprobe, während die militärische Konfrontation jederzeit wieder eskalieren könnte.



