US-Präsident Donald Trump hat den früheren republikanischen Kongressabgeordneten Stephen Buyer begnadigt. Dies berichten US-Medien wie die New York Times unter Berufung auf den Begnadigungsbescheid. Der ehemalige Vertreter des Bundesstaats Indiana war im Jahr 2023 wegen Insiderhandels schuldig gesprochen und zu 22 Monaten Haft verurteilt worden. Seine Begnadigung wurde von mehreren aktuellen und früheren republikanischen Spitzenpolitikern unterstützt, darunter die Senatoren Roger Wicker und Lindsey Graham.
Hintergrund des Urteils
Buyer war in vier Fällen wegen Wertpapierbetrugs verurteilt worden. Die US-Behörden warfen ihm vor, vertrauliche Informationen über bevorstehende Firmenübernahmen genutzt zu haben, um gewinnbringende Aktiengeschäfte zu tätigen. Diese Informationen soll er von Kunden seiner Beratungsfirma erhalten haben, die er nach seinem Ausscheiden aus dem Kongress gründete. Nach Angaben der US-Börsenaufsicht SEC erfuhr Buyer beispielsweise von den Plänen des Mobilfunkkonzerns T-Mobile zur Übernahme von Sprint, bevor diese öffentlich wurden. Daraufhin kaufte er Sprint-Wertpapiere im Wert von rund 568.000 Dollar. Nach Bekanntgabe der Fusion erzielte er laut SEC einen Gewinn von mehr als 107.000 Dollar.
Weitere Fälle von Insiderhandel
Im Jahr 2019 soll Buyer zudem erfahren haben, dass das Beratungsunternehmen Guidehouse den Konkurrenten Navigant übernehmen wolle. Daraufhin investierte er nach Behördenangaben mehr als eine Million Dollar in Navigant-Aktien und machte nach Bekanntwerden des Deals einen Gewinn von rund 227.000 Dollar. Sein Anwalt hatte die Vorwürfe bei Anklageerhebung zurückgewiesen.
Trumps Begründung
In seinem Begnadigungserlass würdigte Trump Buyers Karriere als Jurist in der US-Armee sowie dessen langjährige Tätigkeit im Repräsentantenhaus. Buyer war erstmals 1992 in den Kongress gewählt worden und schied 2010 aus der Politik aus. Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat Trump zahlreiche Begnadigungen und Strafmilderungen ausgesprochen, darunter auch für Personen, die wegen Wirtschafts- und Finanzdelikten verurteilt worden waren. Diese Entscheidung reiht sich in eine Serie von umstrittenen Gnadenerlassen ein, die in der Vergangenheit bereits für Kritik gesorgt haben.



