Telekom-Chef Höttges legt Digitalminister Wildberger herein
Telekom-Chef legt Digitalminister herein

Morning Briefing: Wie der Telekom-Chef den Digitalminister auflaufen ließ

Manchmal ist es gerade die unerwartete Provokation, die eine sinnvolle Debatte entfacht. Einen solchen Moment erlebten wir gestern während der TECH by Handelsblatt in Heilbronn mit Digitalminister Karsten Wildberger. Der trat vor hunderten Tech-Unternehmern, Wissenschaftlern und Politikern auf, nachdem wenige Minuten zuvor Telekom-Chef Timotheus Höttges eine kleine Spitze Richtung deutsche Politik abgelassen hatte.

Gefragt nach einem Telekom-Investment in eine deutsche Giga-Fabrik für KI-Rechenkapazitäten, sagte Höttges: „Die Telekom braucht keine Giga-Fabrik, Deutschland braucht eine.“ Wildberger, berichteten Eingeweihte, soll über die Einlassung wenig erfreut gewesen sein – münzte sie aber auf der Bühne behände in eine ebenso kluge wie wichtige Debatte um: Welchen Beitrag muss der Staat leisten, damit Deutschland und Europa in Sachen KI vorankommen, und wo sind Unternehmen in der Verantwortung?

Digitalminister Wildberger auf der TECH in Heilbronn

Europa habe das Talent und die Forschung für Innovationen bei KI-Modellen, betonte der CDU-Politiker. Er zeigte sich zunächst offen für eine Art staatlichen Anschub für eine solche riesige Rechenfabrik. Auf Dauer aber müsse die Nachfrage aus der Wirtschaft kommen. „Wenn ein Land etwas in dieser Größenordnung braucht, dann ist das doch auch ein Geschäftsmodell“, sagte er.

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