Streit um Selfie: Italiens Außenminister sagt USA-Reise ab
Streit um Selfie: Italien sagt USA-Reise ab

Streit um Gipfel-Selfie eskaliert: Italiens Außenminister sagt USA-Reise ab

Rom/Washington – Was ist denn da los? Noch vor wenigen Tagen saßen sie beim G-7-Gipfel im französischen Évian friedlich nebeneinander auf dem Sofa, sprachen über die „Einheit des Westens“ und verbreiteten demonstrativ Harmonie. Jetzt fliegen zwischen US-Präsident Donald Trump (80) und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) die Fetzen. Die Folge: Italiens Außenminister Antonio Tajani sagte seine USA-Reise kommende Woche ab.

Trump: „Sie hat mich angefleht“

Auslöser ist eine bizarre Aussage Trumps. In einem Telefoninterview mit dem Sender La7 soll er laut italienischer Übersetzung gesagt haben, Meloni habe ihn beim Gipfel „regelrecht um ein Foto angefleht“. Zudem sagte er: „Ich hätte keines gemacht, aber sie tat mir leid.“ Ob Trump das tatsächlich so gesagt hat oder ob es ein Übersetzungsfehler ist, bleibt unklar. Gezeigt wurde nur die synchronisierte Version.

Meloni: „Ich und Italien betteln nie“

Meloni reagiert in einem Video scharf: „Ich bin schockiert über Trumps völlig erfundene Worte.“ Sarkastisch fügt sie hinzu: „Es tut mir leid, dass er nicht dieselbe Entschlossenheit gegenüber den Feinden des Westens zeigt.“ Und: „Man sollte bedenken: Ich und Italien betteln nie.“ Noch am Mittwoch hatte Meloni nach dem G-7-Gipfel von einem „sehr positiven Klima“ gesprochen. Jetzt wirft sie Trump in dem Clip vor, die eigenen Verbündeten anzugreifen, während er gegenüber Gegnern des Westens deutlich nachsichtiger auftrete. Warum Trump sich so verhalte, könne sie nicht nachvollziehen.

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Italien empört: „Trump hat ganz Italien beleidigt“

Ganz Rom ist empört: Außenminister Antonio Tajani (72) erklärte bereits auf X, seine US-Reise kommende Woche werde wegen der „schwerwiegenden und beleidigenden Kommentare“ Trumps nicht stattfinden. Trump habe damit „ganz Italien beleidigt“. Trump und Meloni galten lange als konservatives Traumpaar der Regierungschefs. 2025 war Meloni sogar das einzige europäische Regierungsoberhaupt bei der Amtseinführung des US-Präsidenten. Doch seit Monaten verschlechtert sich das Verhältnis: Zunächst kam es zum Streit wegen Trumps Kritik an Papst Leo XIV., dann verschärften sich die Spannungen durch den Iran-Konflikt. Italien verweigerte den USA die Nutzung seiner Stützpunkte für Angriffe auf den Iran. Die Folge: Trump warf Meloni mangelnden Mut vor.

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