Steinmeier: Doppelter Epochenbruch ohne historische Blaupause
Steinmeier: Doppelter Epochenbruch ohne Blaupause

Steinmeier: „Wir erleben einen doppelten Epochenbruch“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat beim traditionellen Besuch des Diplomatischen Korps im Saarland eindringlich vor den Folgen globaler Umwälzungen gewarnt. „Wir erleben einen doppelten Epochenbruch, für den es keine historische Blaupause gibt“, sagte er in Völklingen vor rund 135 Botschafterinnen und Botschaftern. Deutschland sei mehr denn je auf verlässliche Partner angewiesen.

Militärische Stärke und diplomatische Bündnisse

Steinmeier betonte, dass in der aktuellen Krise sowohl militärische Stärke als auch diplomatische Beziehungen notwendig seien. „In dieser Lage brauchen wir militärische Stärke. Aber wir brauchen ebenfalls Partner, Regeln, Diplomatie und die feste Überzeugung, dass offene Gesellschaften erstrebenswerter und zugleich widerstandsfähiger sind als geschlossene.“ Russland habe mit den Grundprinzipien europäischer Sicherheit gebrochen, während im transatlantischen Verhältnis alte Gewissheiten weggebrochen seien.

Dreiklang aus Sicherheit, Freiheit und Wohlstand

Der Bundespräsident unterstrich, dass der Dreiklang aus Sicherheit, Freiheit und Wohlstand, den Generationen erkämpft hätten, keine Selbstverständlichkeit mehr sei. „In einer Welt, in die rohe Machtpolitik zurückgekehrt ist, in der Regeln missachtet und Grenzen verschoben werden, sind wir auf eines mehr angewiesen denn je: auf Partner, die verlässlich sind.“

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Saarland als Vorbild für Europa

Steinmeier lobte das Saarland als Region, die Europa nicht von oben verordnet bekommen habe, sondern von Grund auf in sich trage – an der Grenze, im Alltag und im Miteinander mit den französischen Nachbarn. Das Saarland werde oft als Maßeinheit für schwer Vorstellbares herangezogen, setze aber selbst Maßstäbe in Wirtschaft, Forschung, Kultur und im Miteinander.

Besuch des Diplomatischen Korps

Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) zeigte sich erfreut über den Besuch: „Es sei eine große Ehre, dass der traditionelle Besuch des Bundespräsidenten mit dem Diplomatischen Korps ins Saarland führt. Das Bundesland könne bei den Gästen eine tolle Visitenkarte abgeben und zeigen, welche Kraft in unserer Region steckt.“

Stationen der Reise

Zu den Stationen der eintägigen Tour gehörten das Elektroinstallationsunternehmen Hager, das Leibniz-Institut für Neue Materialien an der Universität des Saarlandes, das Weltkulturerbe Völklinger Hütte und der Keramikhersteller Villeroy & Boch. Ziel der seit 1996 organisierten Reisen ist es, ausländischen Diplomaten die Vielfalt der deutschen Regionen zu präsentieren. Im Vorjahr waren die Botschafter mit dem Staatsoberhaupt in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs.

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