Reagans historische Rede in Berlin: „Mr. Gorbatchev, tear down this wall!“
Am 12. Juni 1987 hielt US-Präsident Ronald Reagan eine der berühmtesten Reden der Geschichte. Vor dem Brandenburger Tor, das von der Berliner Mauer halb verdeckt war, richtete er sich direkt an den sowjetischen Führer Michail Gorbatschow: „Mr. Gorbatchev, open this gate. Mr. Gorbatchev – tear down this wall!“ Diese Worte hallen bis heute nach.
Die Vorgeschichte: Reagan und das geteilte Berlin
In den 1980er-Jahren war die Welt in Ost und West gespalten. Die Berliner Mauer trennte nicht nur eine Stadt, sondern symbolisierte den Eisernen Vorhang. Reagan, der als Hardliner galt, hatte bereits zu Beginn seiner Amtszeit klar gemacht, dass er die sowjetische Bedrohung ernst nahm. Seine Politik der Aufrüstung und sein wirtschaftlicher Kurs der Deregulierung und Steuersenkungen waren umstritten. Kritiker warfen ihm vor, die Spannungen zu verschärfen.
Der Tag der Rede: 12. Juni 1987
Reagan kam nach Berlin, als seine Präsidentschaft sich dem Ende zuneigte. Doch er ließ sich nicht beirren. In seiner Rede stellte er sich in die Tradition John F. Kennedys, der 1963 „Ich bin ein Berliner“ gesagt hatte. Reagan sprach über das Verhältnis der USA und der UdSSR und betonte, dass die USA nicht nachgeben würden. Er erinnerte an den Nato-Doppelbeschluss und die Stationierung von Mittelstreckenraketen in Europa. Seine Botschaft war klar: „Wir haben Waffen, weil wir uns misstrauen.“
Die Reaktionen: Kritik und Bewunderung
Viele Linke in Westdeutschland hielten Reagan für einen gefährlichen Cowboys. Sie sahen in seiner Forderung, die Mauer niederzureißen, bloßes Wunschdenken. Doch die Rede fand auch Begeisterung. Die Zeitung WELT schrieb: „Für das zerrissene Berlin, für die Deutschen in Ost und West, ist heute ein großer Tag.“ Reagan betonte die Freiheit des Westens und die Unterdrückung im Osten. Er forderte die Demonstranten auf, sich zu fragen, ob sie in einem autoritären System leben wollten.
Die Folgen: Der Fall der Mauer
Nur gut zwei Jahre später, im November 1989, fiel die Berliner Mauer. Deutschland wurde wiedervereinigt, die Sowjetunion verlor ihre Satellitenstaaten. Viele, die Reagan kritisiert hatten, erkannten später seine Weitsicht an. Seine Rede bleibt ein Symbol für den Kampf um Freiheit und Demokratie. Heute, angesichts der aktuellen politischen Lage, wirken Reagans Worte wie aus einer fernen Epoche.
Persönliche Erinnerung
Der Autor Philip Cassier erlebte die Rede als 13-Jähriger im Fernsehen. Damals fühlte er sich dem Präsidenten politisch überlegen. Heute ist ihm das äußerst peinlich. Er erkennt die historische Bedeutung von Reagans Worten an.



