Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich nach Angaben aus dem Kreml mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin getroffen. Es soll sich um ein Vieraugengespräch gehandelt haben. „Ja, sie haben sich getroffen. Es war ein gutes Gespräch“, sagte der außenpolitische Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, der Agentur Interfax. Details zu dem Treffen blieben zunächst unbekannt. Insbesondere ist unklar, ob mögliche Perspektiven für Verhandlungen zwischen Russland und der Europäischen Union thematisiert wurden.
Treffen im Kreml – Schröder als Vermittler?
Das Treffen zwischen Schröder und Putin soll im Kreml in Moskau stattgefunden haben. Wie unter anderem der „Spiegel“ berichtet, war Schröder bereits Anfang der Woche in einem Moskauer Hotel gesichtet worden. Putin hatte Schröder kürzlich als möglichen Vermittler für Gespräche zwischen der EU und Russland ins Spiel gebracht. Der 82-jährige Schröder ist mit dem Kremlchef befreundet und war nach seiner Regierungszeit als Lobbyist für russische Energieunternehmen tätig. Der Vorschlag stieß in Deutschland und anderen EU-Staaten auf Ablehnung.
Belastete Beziehungen zwischen EU und Russland
Die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Russland sind durch den seit 2022 währenden russischen Krieg gegen das Nachbarland Ukraine schwer belastet. Die Ukraine wird von Russland seit über zwei Jahren angegriffen, was zu massiven internationalen Sanktionen gegen Moskau geführt hat. Schröders Rolle als möglicher Vermittler wird daher kritisch gesehen. Der Altkanzler steht in der Kritik, weil er enge Verbindungen zu Putin pflegt und in der Vergangenheit für russische Staatskonzerne gearbeitet hat.
Das Treffen im Kreml wirft erneut Fragen nach Schröders Einfluss und seinen Kontakten zur russischen Führung auf. Während die Bundesregierung sich bisher nicht offiziell zu dem Treffen geäußert hat, wird in politischen Kreisen spekuliert, ob Schröder eigenmächtig handelt oder im Auftrag Dritter agiert. Klarheit über die Inhalte des Gesprächs gibt es nicht. Die russische Seite hat lediglich bestätigt, dass das Treffen stattfand, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.



