Iranischer Regisseur Panahi scheitert mit Berufung gegen Haftstrafe
Panahi scheitert mit Berufung gegen Haftstrafe

Die iranische Justiz hat die einjährige Haftstrafe gegen den renommierten Regisseur Jafar Panahi bestätigt. Ein Revolutionsgericht in Teheran wies die Berufung des Regisseurs ab, wie Panahis Anwalt Mostafa Nilli mitteilte. Damit bleiben auch das zweijährige Ausreiseverbot sowie das Verbot jeglicher Mitgliedschaft in politischen und sozialen Gruppen bestehen.

Berüchtigter Richter fällt Urteil

Verantwortlich für die Entscheidung ist Richter Iman Afshari. Er ist für seine harten Urteile gegen Regierungskritiker bekannt. Die Europäische Union verhängte in der Vergangenheit bereits Sanktionen gegen ihn. Ein Revolutionsgericht hatte Panahi im Dezember des vergangenen Jahres in Abwesenheit zu einem Jahr Haft verurteilt. Zudem erhielt er ein zweijähriges Reiseverbot sowie ein Verbot, politischen oder sozialen Organisationen beizutreten.

Film als Beweismittel

Als Beweis für Panahis vermeintliche „Propaganda gegen das System“ führte das Gericht vor allem seinen Film „Ein einfacher Unfall“ an. In dem fiktiven Drama trifft ein ehemaliger Gefängnisinsasse durch einen Autounfall auf seinen mutmaßlichen Peiniger. Er entführt ihn und führt den Gekidnappten anderen früheren Häftlingen vor. Der Film handelt von Rachegelüsten und Fragen nach Gerechtigkeit. Das Werk gewann 2025 die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes und war zudem für die Golden Globes und die Oscars nominiert.

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Panahi ruft zu Protest auf

Zum Auftakt des Europäischen Filmpreises in Berlin im vergangenen Januar hatte Panahi Filmschaffende aufgerufen, ihre Stimme zu erheben. „Wenn die Welt heute nicht auf diese eklatante Gewalt reagiert, dann ist nicht nur Iran, sondern die ganze Welt in Gefahr“, sagte Panahi. „Wenn Gewalt unbeantwortet bleibt, wird sie normalisiert.“ Und wenn sie normalisiert werde, breite sie sich aus und werde ansteckend.

Rückkehr nach Iran trotz Risiko

Panahi kehrte während des Irankriegs überraschend nach Iran zurück, um seine Haftstrafe juristisch anzufechten. Er gilt seit Jahren als prominenter Kritiker des islamischen Systems und wurde mehrfach festgenommen. Seine berufliche Tätigkeit und seine Reisefreiheit unterliegen seit Langem strikten Einschränkungen.

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