Netanjahu trotzt Trump: Israelische Vergeltungsangriffe auf Iran trotz US-Warnung
Netanjahu trotzt Trump: Israels Vergeltungsangriff auf Iran

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Vergeltungsangriffe auf den Iran befohlen – und damit bewusst gegen den Willen von US-Präsident Donald Trump gehandelt. Die Militäraktion wirft ein Schlaglicht auf das angespannte Verhältnis zwischen den beiden Verbündeten und könnte weitreichende Folgen für die diplomatischen Bemühungen um ein neues Abkommen mit Teheran haben.

Ein Schritt gegen die US-Linie

Die israelischen Luftangriffe vom Wochenende zielten nach Angaben des Militärs auf militärische Einrichtungen im Iran. Sie waren eine Reaktion auf einen iranischen Drohnenangriff auf israelisches Territorium, bei dem es jedoch keine Verletzten gab. Netanjahu stellte klar: „Wir lassen uns nicht provozieren, aber wir lassen uns auch nicht erpressen. Jeder Angriff auf Israel wird eine harte Antwort erhalten.“

Doch die USA hatten zuvor eindringlich vor einer Eskalation gewarnt. Trump, der sich im Wahlkampf als Friedensstifter präsentiert, will offenbar vermeiden, dass der Konflikt mit dem Iran außer Kontrolle gerät. Sein Sondergesandter für den Nahen Osten, Steve Witkoff, hatte noch am Freitag betont, man setze auf diplomatische Lösungen. Netanjahus Alleingang kommt daher einer Ohrfeige für den US-Präsidenten gleich.

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Trumps Zorn könnte Netanjahu treffen

Für Trump steht fest: Sein Wille ist Gesetz. Niemand darf es wagen, zu widersprechen. Wer sich ihm dennoch in den Weg stellt, den trifft der Zorn des US-Präsidenten. Das hat der Republikaner in seiner ersten Amtszeit mehrfach unter Beweis gestellt – etwa, als er den früheren Außenminister Rex Tillerson öffentlich demütigte oder den damaligen Sicherheitsberater John Bolton entließ. Netanjahu, der lange als enger Verbündeter Trumps galt, riskiert nun, ebenfalls auf die schwarze Liste zu geraten.

Die Beziehung zwischen den beiden Politikern war schon immer von einer Mischung aus Bewunderung und Misstrauen geprägt. Trump lobte Netanjahu einst als „großen Führer“, doch hinter den Kulissen gab es immer wieder Reibungen. Besonders heikel: Netanjahus Annäherung an den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden nach der Wahl 2020 hatte Trump tief verärgert. Nun könnte der israelische Premier erneut zum Ziel von Trumps Zorn werden.

Auswirkungen auf den Iran-Deal

Die israelischen Angriffe könnten auch die ohnehin schwierigen Verhandlungen über ein neues Atomabkommen mit dem Iran torpedieren. Trump hatte 2018 das von seinem Vorgänger Barack Obama ausgehandelte Abkommen aufgekündigt und seither eine Politik des maximalen Drucks verfolgt. Zuletzt mehrten sich jedoch die Anzeichen, dass er bereit sei, unter bestimmten Bedingungen wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Netanjahu, der das ursprüngliche Abkommen stets als „historischen Fehler“ bezeichnet hatte, fürchtet offenbar nichts mehr als eine Einigung mit Teheran.

„Israel wird niemals zulassen, dass der Iran eine Atomwaffe erhält – egal, was die USA sagen“, erklärte ein hochrangiger israelischer Regierungsvertreter anonym. „Wir werden uns nicht von unseren Sicherheitsinteressen abbringen lassen.“ Diese Haltung könnte die USA in eine Zwickmühle bringen: Einerseits wollen sie Israel nicht vor den Kopf stoßen, andererseits brauchen sie die Unterstützung der arabischen Golfstaaten für eine neue Iran-Diplomatie.

Reaktionen aus Teheran und Washington

Der Iran verurteilte die israelischen Angriffe scharf und drohte mit Vergeltung. „Das zionistische Regime wird den Preis für seine Aggression zahlen“, hieß es in einer Stellungnahme des Außenministeriums in Teheran. Zugleich betonte man aber auch, dass man an einer diplomatischen Lösung interessiert sei – ein Signal, das Netanjahus Kalkül durchkreuzen könnte.

In Washington hielt sich das Weiße Haus zunächst bedeckt. Offizielle Stellungnahmen blieben aus, doch hinter den Kulissen soll Trump wütend reagiert haben. „Er hasst es, wenn man ihn ignoriert“, zitierte ein Insider den Präsidenten. „Netanjahu wird noch lernen, dass man mit mir nicht so umgeht.“

Die nächsten Tage werden zeigen, ob die USA tatsächlich Konsequenzen ziehen. Möglich wäre eine Verzögerung von Waffenlieferungen oder eine öffentliche Rüge. Sollte Trump jedoch auf Konfrontation gehen, könnte das das Ende einer der wichtigsten Allianzen im Nahen Osten bedeuten – und den Iran-Deal endgültig begraben.

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