José Mourinho, der portugiesische Startrainer, hat eine Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg eingereicht. Mit dieser Klage wendet er sich gegen Sanktionen, die der türkische Fußballverband TFF gegen ihn verhängt hatte. Die Strafen resultieren aus seiner Zeit als Cheftrainer von Fenerbahçe Istanbul. Mourinho sieht sein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung verletzt. Der EGMR hat die Beschwerde nun für zulässig erklärt und die türkischen Behörden zu einer Stellungnahme aufgefordert.
Hintergrund der Sanktionen
Im Dezember 2024 bestrafte die Disziplinarkommission des TFF Mourinho wegen unsportlicher Äußerungen. Nach einem 3:2-Sieg gegen Trabzonspor hatte er den Videoassistenten (VAR) scharf kritisiert und ihn sarkastisch zum „Man of the match“ ernannt. Zudem erklärte er, er wolle diesen Schiedsrichter nie wieder im Einsatz sehen. Mourinho behauptete außerdem, Fenerbahçe werde systematisch benachteiligt. Die türkische Liga „rieche schlecht“, so der Trainer, und internationale Fans hätten keinen Grund, sie zu verfolgen. Hinzu kam ein provokantes Jubeln in Richtung der gegnerischen Fans. Die Folge: eine Spielsperre und zwei Geldstrafen in Höhe von insgesamt rund 11.600 Euro.
Mourinhos Rügen
In seiner Beschwerde macht Mourinho geltend, dass der Streit nicht von einem unabhängigen und unparteiischen Gericht entschieden worden sei. Zudem sei ihm die begründete Entscheidung des Verbands nie zugestellt worden. Die auferlegten Sanktionen verletzten sein Recht auf freie Meinungsäußerung. Der EGMR übermittelte den türkischen Behörden nun offizielle Fragen zu dem Fall.
Weitere Strafen in der Türkei
Die Sanktionen gegen Mourinho häuften sich: Im Februar 2025 erhielt er wegen Rassismusvorwürfen eine Sperre von zwei Spielen und eine Geldstrafe von 14.200 Euro. Zwei Monate später, nach einem Griff ins Gesicht von Galatasaray-Trainer Okan Buruk, wurde er für drei Spiele gesperrt und zu 7000 Euro Geldstrafe verurteilt. Mourinho hatte Fenerbahçe im Juni 2024 übernommen, wurde aber bereits im August 2025 entlassen. Zuletzt trainierte er Benfica Lissabon, das er in der abgelaufenen Saison auf den dritten Platz führte.
Zukunft bei Real Madrid
Mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass Mourinho zur neuen Saison ein zweites Mal Trainer von Real Madrid werden soll. Demnach habe er bereits einen Vertrag bis 2029 unterschrieben. Sollte dies zutreffen, würde er die Königlichen nach einer ersten erfolgreichen Amtszeit von 2010 bis 2013 erneut übernehmen.



