Erst wenige Tage ist es her, dass sich Wolfgang Kubicki bei der Wahl zum FDP-Parteivorsitz durchsetzen konnte. Und erst wenige Stunden, dass die FDP im Trendbarometer von RTL/ntv nach langer Durststrecke wieder einmal auf fünf Prozent kommt. Doch der 74-Jährige gibt bereits jetzt große Ziele für die Zukunft aus.
Kubicki: „Das werden wir euch zeigen“
„Es ist jetzt nicht das Ende, sondern der Anfang“, sagte Kubicki in Kiel bei einer Festveranstaltung zum 80-jährigen Bestehen der FDP Schleswig-Holstein. Die Erklärung von Bundeskanzler Friedrich Merz, die Liberalen seien tot, habe bei ihm und den rund 70.000 Parteimitgliedern dafür gesorgt zu sagen: „Das werden wir euch zeigen.“ Nun sei der erste Schritt getan, doch das „Tageswerk“ sei erst bei einem Stimmenanteil von zehn Prozent – also einer Verdopplung des jetzigen Umfragewerts – geschafft.
Lindner wünscht „Fortune“
Der frühere Finanzminister und FDP-Bundeschef Christian Lindner wünschte dem neuen Bundesvorsitzenden in seiner Rede bei der Festveranstaltung viel „Fortune“. „Weil die Bedeutung einer liberalen Stimme im Parlament so groß ist, sollten sich ab heute alle freiheitsliebenden Menschen innerhalb und außerhalb der FDP hinter Wolfgang Kubicki versammeln.“ Die Veranstaltung in Kiel bezeichnete er als „ersten Schritt zum Comeback“ der Liberalen.
Kubicki selbst zeigte sich kämpferisch: „Wir haben den Tiefpunkt hinter uns. Jetzt geht es nur noch nach oben.“ Die FDP müsse wieder klarer machen, wofür sie stehe: Freiheit, Eigenverantwortung und wirtschaftliche Vernunft. „Die Menschen wollen eine liberale Stimme im Bundestag – das haben wir verstanden.“
Die Reaktionen aus anderen Parteien ließen nicht lange auf sich warten. Ein Sprecher der SPD kommentierte: „Kubickis Ankündigungen klingen ambitioniert, aber ob die FDP tatsächlich wieder an frühere Erfolge anknüpfen kann, bleibt abzuwarten.“ Die Grünen zeigten sich skeptisch: „Eine liberale Politik, die nur auf Steuersenkungen setzt, wird nicht verfangen.“
Unter den FDP-Mitgliedern herrscht indes Aufbruchstimmung. „Endlich haben wir wieder einen Vorsitzenden, der für klare Kante steht“, sagte ein Delegierter aus Nordrhein-Westfalen. „Kubicki hat das Zeug, die Partei aus dem Tal zu führen.“
Die nächste Bewährungsprobe steht bereits bevor: Bei den anstehenden Landtagswahlen in mehreren Bundesländern will die FDP wieder zulegen. „Wir werden in jedem Wahlkampf um jede Stimme kämpfen“, versprach Kubicki. „Das Ziel ist klar: zehn Prozent bundesweit – und das so schnell wie möglich.“



