Die US-Streitkräfte haben erneut einen Vergeltungsschlag gegen den Iran verübt. Wie das zuständige Regionalkommando Centcom mitteilte, seien mehrere Ziele angegriffen worden, darunter Luftabwehrstellungen, Drohnenlager und Überwachungsinfrastruktur. Grund sei ein iranischer Angriff auf einen Frachter gewesen. Es ist der zweite US-Angriff auf den Iran seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den beiden Ländern Mitte Juni. Bereits in der Nacht zum Samstag hatten die USA gemeldet, iranische Raketen- und Drohnenlagerstätten sowie küstennahe Radaranlagen aus der Luft angegriffen zu haben – als Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag.
Hisbollah-Chef bezeichnet Abkommen als „Schande“
Hisbollah-Generalsekretär Naim Kassim hat das Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon als „Erniedrigung“, „Schande“ und „Verzicht auf die Souveränität“ bezeichnet und dessen Aufhebung gefordert. An die libanesische Regierung gerichtet, sagte Kassim einem Statement des Hisbollah-TV-Senders al-Manar zufolge, es sei an der Zeit von Fehlentscheidungen abzurücken. Diese würden den Libanon zugrunde richten. Kassim kritisierte insbesondere, dass ein israelischer Rückzug aus dem Südlibanon an die Entwaffnung der Hisbollah geknüpft werde. Dies überschreite „rote Linien“, ermögliche Israel Einfluss auf innere Angelegenheiten des Libanon und legitimiere eine fortgesetzte Besatzung.
Israel bestätigt Drohnenangriff im Südlibanon
Israel bestätigte den Drohnenangriff im Südlibanon. Das Militär teilte der Nachrichtenagentur Reuters mit, es habe den Schlag mit einer Drohne ausgeführt, da sich keine eigenen Truppen in der unmittelbaren Umgebung befänden. Ziel sei eine Person gewesen, die eine Bedrohung für die israelischen Streitkräfte dargestellt habe.
Vance: Gewalt wird mit Gewalt erwidert
US-Vizepräsident JD Vance hat den Iran zur Kontaktaufnahme aufgefordert. Die Islamische Republik solle „ans Telefon gehen“, falls es Meinungsverschiedenheiten über die Waffenruhevereinbarung gebe, erklärte er in sozialen Medien. Gewalt werde jedoch mit Gewalt erwidert.
Revolutionsgarde: Orte der „US-Terrorarmee in der Region“ attackiert
Die iranische Revolutionsgarde selbst hat Angriffe auf mit der US-Armee in Verbindung stehende Ziele eingeräumt. In einer Erklärung, die die Revolutionsgarde am Samstag über die staatliche Nachrichtenagentur Irna verbreiten ließ, hieß es, es seien mehrere Standorte der „US-Terrorarmee in der Region“ ins Visier genommen worden. Welche Gebiete angegriffen wurden, teilte die Revolutionsgarde nicht mit.
Libanon: Israelischer Drohnenbeschuss im Süden
Im Süden des Libanon ist örtlichen Angaben zufolge ungeachtet eines Sicherheitsabkommens eine israelische Drohne eingeschlagen. Das Geschoss sei in der Region Nabatija niedergegangen, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur. Der Angriff erfolgte einen Tag nach der Unterzeichnung eines von den USA vermittelten Sicherheitsabkommens zwischen Israel und dem Libanon. Die Vereinbarung soll die Spannungen an der Grenze nach monatelangen Gefechten mit der Hisbollah-Miliz abbauen.
Route durch Straße von Hormus nahe Oman soll ausgeweitet werden
In der Straße von Hormus soll eine Schifffahrtsroute nahe der Küste Omans ausgeweitet werden. Die Strecke solle künftig sowohl von in den Persischen Golf einlaufenden als auch auslaufenden Schiffen genutzt werden können, teilte das Gemeinsame Maritime Informationszentrum am Samstag mit, eine Informations- und Koordinierungsstelle, die Warnungen und Lageinformationen für die Handelsschifffahrt in der Region bündelt. Beobachter werteten den Schritt als Warnung an Teheran, dass die USA die Wiedereröffnung der Meerenge durchsetzen wollen. Der Iran besteht darauf, dass Schiffe in der Straße von Hormus iranischen Anweisungen folgen müssen. Auch künftige Gebühren für die Passage hat Teheran nicht ausgeschlossen.
Britisches Militär meldet Angriff auf Tanker in Straße von Hormus
In der Straße von Hormus ist nach Angaben des britischen Militärs ein Tanker von einem Geschoss getroffen worden. Die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) teilte am Samstag mit, die Besatzung sei in Sicherheit.
Bahrain kritisiert iranische Angriffe – auch auf sein Staatsgebiet
Nach erneuten Angriffen zwischen den USA und dem Iran hat der Golfstaat Bahrain einen iranischen Drohnenangriff gemeldet. Mehrere iranische Drohnen hätten am frühen Morgen angegriffen, teilte das Außenministerium mit. Es handle sich um einen eklatanten Verstoß gegen die Souveränität Bahrains. In dem Königreich im Persischen Golf ist die 5. US-Flotte stationiert. Bahrain verurteilt die Drohnenangriffe auf sein Staatsgebiet. Das Königreich behält sich das Recht vor, seine Souveränität und Sicherheit zu verteidigen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur. Der Iran hatte zuvor mitgeteilt, Angriffe auf Ziele mit Verbindungen zu US-Streitkräften in der Region ausgeführt zu haben. Genaue Angaben zu den Zielen oder deren Lage machte die Regierung in Teheran jedoch nicht.
Irans Außenministerium verurteilt neue US-Angriffe
Das iranische Außenministerium hat die jüngsten US‑Luftangriffe auf mehrere Ziele an der Südküste des Landes scharf verurteilt. Es handele sich um einen „offenkundigen Verstoß“ gegen das Rahmenabkommen, schrieb das Ministerium in einer Mitteilung, die die Nachrichtenagentur Isna verbreitete. Der Iran werde seine Souveränität, Sicherheit und nationalen Interessen mit aller Kraft verteidigen.
Iranische Medien: Keine Schäden am Hafen von Sirik nach US-Angriff
Bei dem US-Angriff am späten Freitagabend sind am iranischen Hafen Sirik einem örtlichen Behördenvertreter zufolge keine Schäden entstanden. Die Lage vor Ort sei normal, meldete die iranische Nachrichtenagentur Mehr unter Berufung auf den Beamten.
Proteste in Beirut nach Rahmenabkommen mit Israel
Nach der Einigung zwischen Israel und dem Libanon auf ein Rahmenabkommen ist es in der libanesischen Hauptstadt Beirut zu Protesten gekommen. Unterstützer der proiranischen Hisbollah-Miliz zogen am Abend und in der Nacht zu Fuß und auf Motorrädern durch die Stadt und riefen Protest-Slogans gegen das Abkommen, wie unter anderem der Fernsehsender LBC International und Augenzeugen berichteten. Straßen seien mit brennenden Reifen blockiert worden. Die Hisbollah fühlt sich nicht an das Rahmenabkommen gebunden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu solle sich nicht darüber freuen, da es der libanesischen Regierung an verfassungsmäßiger Legitimität und Autorität mangele, um dessen Bedingungen durchzusetzen, hatte Hassan Fadlallah, ein Mitglied der Hisbollah-Fraktion im libanesischen Parlament, dem libanesischen Nachrichtenportal Al Mayadeen gesagt. Das Abkommen könne nur durch einen von den USA unterstützten Bürgerkrieg durchgesetzt werden. Die Hisbollah will demnach an ihren Waffen festhalten und sich jeglichen Regierungsmaßnahmen widersetzen, die sich aus dem Abkommen ergeben.
Iran: Haben US-Standorte als Reaktion auf Angriffe getroffen
Als Reaktion auf US-Angriffe auf den Iran haben die Iranischen Revolutionsgarden nach eigenen Angaben zurückgeschlagen. Die Marineeinheiten hätten Standorte der US-Streitkräfte in der Region angegriffen, hieß es in einer Stellungnahme, die vom Staatsrundfunk verbreitet wurde. Auch das iranische Außenministerium in Teheran berichtete von Angriffen auf Ziele mit Verbindungen zu US-Streitkräften. Die US-Angriffe verstießen gegen die UN-Charta und ein Abkommen zur Beendigung des Krieges zwischen den Ländern, wie das Außenministerium mitteilte. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Eine Bestätigung von US-Seite stand zunächst aus. Welche Ziele genau angegriffen wurden und wo sich diese befinden, gab das Ministerium nicht bekannt.
US-Vizepräsident Vance: „Gewalt wird mit Gewalt beantwortet“
Nach US-Militärschlägen gegen den Iran richtete US-Vizepräsident JD Vance eine deutliche Warnung an die Regierung in Teheran. „Gewalt wird mit Gewalt beantwortet“, teilte Vance auf der Plattform X mit. Zuvor hatten die USA iranische Ziele angegriffen, nachdem ein Handelsschiff in der Straße von Hormus attackiert worden war. Wenn der Iran Meinungsverschiedenheiten über die Umsetzung der Absichtserklärung habe, könne er zum Telefon greifen, erklärte Vance weiter.
Iranischer Politiker: Trump hält sich nicht an Verhandlungen und Waffenruhe
Der Leiter des nationalen Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament wirft US-Präsident Donald Trump vor, sich nicht an die Prinzipien von Verhandlungen oder einer Waffenruhe zu halten. Die „rücksichtslose Verletzung der Waffenruhe“ werde aufseiten der USA zu „Rückzug und Bedauern“ führen, sagte er. Unterdessen sind die US-Angriffe im Iran nach Angaben eines US-Regierungsvertreters beendet, wie der Sender CNN berichtet.
Weltschifffahrtsorganisation: Mindestens 2.500 Seeleute evakuiert
Die Weltschifffahrtsorganisation IMO hat bis zur aktuellen Unterbrechung ihrer Mission in der Straße von Hormus etwa 2500 festsitzende Seefahrer evakuieren können. Die zu Wochenbeginn gestartete Mission habe mindestens 115 Schiffe umfasst, sagte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez. In Reaktion auf den Angriff auf ein Schiff im Golf von Oman unterbrach die IMO die Evakuierung dann vorläufig. Dominguez erwarte nun zunächst Sicherheitsgarantien, bevor man die Aktion fortsetze. Das betroffene Schiff habe sich nicht auf Durchfahrt im Rahmen des IMO-Evakuierungsplans befunden. Die UN-Sonderorganisation hatte am Dienstag angekündigt, 11.000 Seeleute aus der Region zu evakuieren. Die für den Welthandel bedeutende Straße von Hormus war wegen des Iran-Konfliktes wochenlang faktisch blockiert gewesen. Laut Dominguez sind seit Beginn des Iran-Kriegs 14 Seeleute bei mehr als 40 Angriffen auf Schiffe gestorben.
US-Militär greift nach Drohnenattacke auf Schiff Ziele im Iran an
Nach einem Drohnenangriff auf einen Frachter in der Straße von Hormus, mit dem der Iran nach Angaben von US-Präsident Donald Trump die Waffenruhe verletzt hat, haben die USA ihrerseits den Iran angegriffen. Raketen- und Drohnenlager sowie Radaranlagen seien beschossen worden, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando des US-Militärs am Freitag auf der Plattform X mit.
Hisbollah lehnt Vereinbarung ab
Die proiranische Hisbollah-Miliz fühlt sich nicht an das vom Libanon und Israel geschlossene Rahmenabkommen gebunden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu solle sich nicht darüber freuen, da es der libanesischen Regierung an verfassungsmäßiger Legitimität und Autorität mangele, um dessen Bedingungen durchzusetzen, sagte Hassan Fadlallah, ein Mitglied der Hisbollah-Fraktion im libanesischen Parlament, dem libanesischen Nachrichtenportal Al Mayadeen. Das Abkommen könne nur durch einen von den USA unterstützten Bürgerkrieg durchgesetzt werden. Fadlallah erklärte, die Hisbollah werde sich jeglichen Regierungsmaßnahmen widersetzen, die sich aus dem Abkommen ergäben, an ihren Waffen festhalten und nicht zulassen, dass die Behörden dem libanesischen Volk ihren Willen aufzwingen. Er fügte hinzu, dass die Position des Iran klar bleibe und Teheran keiner Vereinbarung zustimmen werde, bevor Israel sich vollständig aus dem Libanon zurückgezogen habe.
Israel und Libanon einigen sich offenbar auf Rahmenabkommen
Im Krieg zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz haben sich der Libanon und Israel Medienberichten zufolge auf ein Rahmenabkommen verständigt. Das berichteten unter anderem die „Times of Israel“ und die „Jerusalem Post“ unter Berufung auf ranghohe Beamte, nachdem Regierungsvertreter der beiden Nachbarländer unter US-Vermittlung mehrere Tage in Washington verhandelt hatten. US-Außenminister Marco Rubio berichtete am Freitag nach den Verhandlungen ebenfalls von der Unterzeichnung eines solchen Abkommens. Details zu inhaltlichen Vereinbarungen waren zunächst nicht bekannt. Bei den Gesprächen in Washington sollte die bestehende Waffenruhe zunächst gefestigt werden. Die libanesische Regierung will vor allem auch einen Abzug der israelischen Truppen erzielen. Israel verlangt wiederum eine Entwaffnung der Hisbollah. Die israelische Regierung hatte zuletzt mehrmals betont, erst bei einer vollständigen Entwaffnung der Hisbollah aus dem Nachbarland abzuziehen. Hisbollah-Chef Naim Kassim bekräftigte am Abend laut Al Jazeera, Israel habe keine andere Wahl und müsse den Libanon bedingungslos verlassen.
Trump zu Hormus-Attacke: Iran hat Waffenruhe gebrochen
US-Präsident Donald Trump wirft dem Iran vor, gegen die Waffenruhe-Vereinbarung verstoßen zu haben. Wie der Republikaner auf der Plattform Truth Social schrieb, startete der Iran mindestens vier Drohnenangriffe gegen Schiffe in der Straße von Hormus. Eine der Drohnen habe ein Frachtschiff getroffen. Der Frachter konnte demnach aber seine Fahrt trotz Schadens fortsetzen. Das US-Militär habe die anderen drei Drohnen abgeschossen. „Dies ist offensichtlich ein törichter Verstoß gegen unsere Waffenruhe-Vereinbarung“, schrieb Trump. Nähere Angaben, wann sich genau die Angriffe ereignet haben sollen, machte er nicht. Am Donnerstag war ein Angriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus bekanntgeworden. Die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) teilte mit, ein „unbekanntes Projektil“ habe die Brücke des Schiffes beschädigt. Der Vorfall vor der Küste des Omans ereignete sich wenige Stunden, nachdem Irans Revolutionsgarden gewarnt hatten, dass Durchfahrten nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien.
Israel warnt Iran vor Angriff wegen Libanon-Konflikt
Israel hat den Iran vor einem Angriff gewarnt, der einen Abzug aus dem Libanon erzwingen soll. Ein iranischer Angriff auf Israel wäre der „größte Fehler“ der Führung in Teheran, sagte Verteidigungsminister Israel Katz. Ein Kommandeur der zur iranischen Revolutionsgarde gehörenden Al-Kuds-Brigaden hatte am Donnerstag erklärt, falls sich Israel nicht freiwillig aus dem Südlibanon zurückziehe, werde es am Ende geschlagen abziehen müssen.
Israel fordert Medienberichten zufolge Libanesen örtlich zur Flucht auf
Die israelischen Streitkräfte werfen libanesischen Staatsmedien zufolge über einer Stadt im Südlibanon Flugblätter ab, mit denen die Bewohner zur Flucht aufgefordert werden. Es ist die erste derartige Anordnung seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz. Die Stadt, deren Name zunächst nicht bekannt wird, liegt nahe der Grenze des von israelischen Truppen besetzten Gebiets im Südlibanon.
Wadephul trifft Montag in Washington mit Rubio zusammen
Außenminister Johann Wadephul wird am Montag mit seinem US-Kollegen Marco Rubio in Washington zusammentreffen. „Die Außenminister werden sich zur Lage im Nahen Osten beraten“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Es werde auch um die weitere Unterstützung der Ukraine und um die Vorbereitung des Nato-Gipfels in Ankara Anfang Juli gehen. Im Anschluss reise Wadephul weiter nach Paraguay, Argentinien und Brasilien.
Iran warnt vor Durchquerung der Straße von Hormus ohne Absprache
Der Iran hat vor einer Durchquerung der Straße von Hormus ohne vorherige Abstimmung gewarnt. Eine sichere Passage durch die strategisch wichtige Meerenge könne ohne Koordination mit der Regierung in Teheran nicht garantiert werden, erklärte der stellvertretende Außenminister Kasem Gharibabadi am Freitag auf der Online-Plattform X. Sollte eine solche Absprache ausbleiben, könne dies zur Sperrung ausgewiesener Routen führen. Zuvor hatte das Nachbarland Oman in Absprache mit der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) temporäre Routen für die Durchfahrt festgelegt.
Iranische Behörde warnt Schiffe vor Abweichen von Routen
Die vom Iran eingesetzte Schifffahrtsbehörde für den Persischen Golf (PGSA) garantiert Schiffen in der Straße von Hormus abseits der genehmigten Routen keine sichere Durchfahrt. Für die Folgen einer Passage auf nicht freigegebenen Strecken seien die Schiffseigner, Betreiber und Kapitäne verantwortlich, teilte die Behörde auf der Plattform X mit.



