Pakistan schickt Innenminister als Vermittler nach Teheran
Pakistans Innenminister Mohsin Naqvi ist nach erneuten Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran nach Teheran gereist. Geplant seien hochrangige Treffen mit iranischen Regierungsbeamten, hieß es am Samstag aus pakistanischen Sicherheits- und Diplomatenkreisen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Ziel sei es, den Dialog zwischen dem Iran und den USA zu fördern. Naqvi gilt als enger Vertrauter des sich ebenfalls im Iran aufhaltenden Armeechefs Asim Munir. Munir werden gute Kontakte zu US-Präsident Donald Trump nachgesagt, er gilt als Vermittler zwischen den Kriegsparteien.
Bahrain verurteilt iranische Angriffe scharf
Der Golfstaat Bahrain hat die erneuten iranischen Angriffe auf sein Staatsgebiet und Kuwait scharf verurteilt. Es handle sich um eine „eklatante“ Verletzung der Souveränität beider Länder, berichtete die Staatsagentur BNA unter Berufung auf das bahrainische Außenministerium. Der Iran müsse seine „ungerechtfertigten“ Angriffe einstellen, hieß es weiter. Bahrain werde keine Kompromisse beim Schutz seiner Souveränität, Sicherheit und Bevölkerung eingehen.
Israel ruft Bewohner im Südlibanon zur Evakuierung auf
Die israelische Armee hat alle Einwohner von fünf Ortschaften und Dörfern im Südlibanon zur sofortigen Evakuierung aufgefordert. Armeesprecher Avichay Adraee erklärte auf X, die Bewohner sollten ihre Häuser zu ihrer eigenen Sicherheit unverzüglich verlassen und sich nördlich des Flusses Sahrani begeben. Jeder, der sich in der Nähe von Hisbollah-Kämpfern, deren Einrichtungen und Kampfmitteln aufhalte, bringe sein Leben in Gefahr. Der Armeesprecher begründete den Evakuierungsbefehl mit Verstößen der libanesischen Hisbollah-Miliz gegen die Waffenruhe. Hisbollah-Chef Naim Kassim hatte die Vereinbarung zwischen der libanesischen Regierung und Israel abgelehnt.
US-Militär wehrt iranische Raketenangriffe auf Kuwait und Bahrain ab
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben mehrere vom Iran auf Kuwait und Bahrain abgefeuerte Raketen abgefangen. Die Islamische Republik habe sieben ballistische Raketen auf die beiden mit den USA verbündeten Golfstaaten abgefeuert, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando (Centcom) auf der Plattform X mit. Nach ersten Einschätzungen seien sechs Geschosse abgefangen worden, ein weiteres habe sein Ziel verfehlt. Zuvor hatte das US-Militär im Bereich der Straße von Hormus nach eigenen Angaben vier iranische Drohnen abgewehrt und anschließend im Iran Radarstationen auf der dortigen Insel Qeschm und im Ort Goruk attackiert. Irans Revolutionsgarden teilten laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim daraufhin mit, man habe als Reaktion auf die US-Angriffe Stützpunkte des Feindes in der Region attackiert. Das US-Militär erklärte derweil, iranische Behauptungen, in Bahrain das Hauptquartier der US-Marine im Nahen Osten beschädigt zu haben, seien falsch.
Iran droht mit Schließung der Straße von Hormus
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) drohen mit einer vollständigen Schließung der Straße von Hormus für Öl- und Gasexporte. Die USA würden für die Folgen verantwortlich gemacht, sollten ihre „Machenschaften“ andauern, heißt es in einer Erklärung. Der Chef des russischen Ölkonzerns Rosneft, Igor Setschin, warnte vor den Folgen einer Schließung: In einem solchen Fall könnten auch andere wichtige Seewege wie die Straße von Malakka, die Meerenge Bab al-Mandab und die Straße von Gibraltar gefährdet sein. Er wirft den USA zudem eine Umgestaltung der globalen Energiemärkte zum eigenen Vorteil vor.
Weitere Entwicklungen im Überblick
- Israel untersucht Angriff auf libanesische Soldaten: Das israelische Militär erklärte, der Vorfall werde geprüft. Das Militär habe im Südlibanon ein Fahrzeug angegriffen, weil es für eine Bedrohung gehalten worden sei. Einer ersten Untersuchung zufolge hätten sich zwei Offiziere und ein Soldat der libanesischen Armee in dem Wagen befunden.
- Mehrere libanesische Soldaten bei israelischem Angriff getötet: Bei einem israelischen Angriff im Südlibanon werden nach Angaben der libanesischen Armee mehrere ihrer Soldaten getötet, darunter ein Offizier. Ziel des Angriffs auf der Straße zwischen Khardali und Nabatieh war demnach ein Militärfahrzeug.
- Iran weist Vorwurf der Instrumentalisierung des Libanon zurück: Der iranische Außenminister Abbas Aragtschi wies Äußerungen des libanesischen Präsidenten Joseph Aoun zurück, wonach Teheran den Libanon als Verhandlungsmasse nutzt. „Wäre der Libanon eine Verhandlungsmasse für den Iran, hätten wir schon längst ein Abkommen“, schrieb Aragtschi auf X.
- Kuwait meldet erneut feindliche Angriffe: Der Golfstaat Kuwait wird erneut von Raketen und Drohnen angegriffen. Die Luftabwehr sei im Einsatz, teilten die Streitkräfte des Landes auf X mit. Der Iran hatte den ölreichen Staat zuletzt mehrfach angegriffen.
- Kuwait kauft Drohnenabwehrsystem für zwei Milliarden Dollar: Der Golfstaat Kuwait kauft beim Verbündeten USA Abwehrsysteme gegen Drohnenangriffe. Das US-Außenministerium genehmigte den Verkauf entsprechender Rüstungsgüter im Wert von rund zwei Milliarden US-Dollar.
- Trump: Iran verfügt noch über 21 bis 22 Prozent seiner Raketen: US-Präsident Donald Trump sagte in einem Interview mit NBC News, der Iran habe wahrscheinlich noch 21 bis 22 Prozent seiner Raketen. Das sei eine Menge, aber nicht mehr das, was es zu Kriegsbeginn war.
- Libanesischer Präsident warnt Iran: Joseph Aoun warf dem Iran im CNN-Interview vor, den Libanon als Druckmittel im Konflikt mit den USA und Israel zu missbrauchen. „Sie benutzen den Libanon als Verhandlungsmasse in ihren Gesprächen mit den USA“, sagte Aoun.
- Iran meldet Warnschüsse auf US-Kriegsschiffe: Irans Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge Warnschüsse auf US-Kriegsschiffe vor ihrer Südküste gefeuert. Zwei US-amerikanische Zerstörer seien somit aus dem Arabischen Meer zurückgedrängt worden.
- Libanon meldet sechs Tote nach israelischen Angriffen: Das Militär forderte die Bewohner von neun Dörfern auf, die Gegend zu verlassen. Knapp drei Stunden später griffen Kampfflugzeuge an. Nach Angaben der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA gab es sechs Tote.
- Trotz Waffenruhe: Erneut Kämpfe im Libanon: Ungeachtet der zwischen Israel und dem Libanon erneuerten Waffenruhe geht der Konflikt zwischen der libanesischen Hisbollah-Miliz und Israel weiter. Bei einem Angriff der proiranischen Miliz auf die im Süden des Libanons stationierten Truppen wurde ein Soldat getötet.
- American Airlines streicht Flüge wegen hoher Kerosinkosten: Wegen stark gestiegener Kerosinkosten infolge des Iran-Kriegs setzt American Airlines in diesem Sommer vorübergehend einige Strecken aus. Kerosin kann etwa 30 Prozent der Gesamtausgaben von Fluggesellschaften ausmachen.
- Israels Armee: Vier Hamas-Mitglieder im Gazastreifen getötet: Israels Armee hat trotz geltender Waffenruhe eigenen Angaben zufolge vier Hamas-Mitglieder im Norden des Gazastreifens getötet. Medizinische Kreise hatten zuvor neun Tote bei israelischen Angriffen gemeldet.
- Druck der USA: Einige Milizen im Irak beginnen Entwaffnung: Eine einflussreiche schiitische Miliz im Irak hat unter der neuen Regierung ihre Waffen abgegeben – Berichten zufolge nach Druck der USA. Die Gruppierung Saraja al-Salam übergab in Samarra ihre Waffen an die irakische Armee.
- Drohnenalarm nach Netanjahu-Besuch im Norden Israels: Kurz nach einem Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Nordisrael sind in mehreren Grenzorten Warnsirenen wegen Drohnenalarms ausgelöst worden.
- IAEA-Bericht: Keine großen Änderungen bei Irans Atomprogramm: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) sieht trotz des seit drei Monaten andauernden Krieges keine größeren Veränderungen am iranischen Atomprogramm. In einem vertraulichen Bericht fordert die IAEA die Regierung in Teheran erneut auf, den Verbleib von Beständen an angereichertem Uran zu klären.
- Israel zieht sich aus Grenzort von Libanon zurück: Als Teil der Umsetzung einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon hat sich die israelische Armee aus dem libanesischen Grenzort Dibbin zurückgezogen. Die libanesischen Streitkräfte bestätigten, dass sie in die Stadt eingerückt seien.



