Die Spannungen zwischen dem Iran und Israel haben am Montag einen neuen Höhepunkt erreicht. US-Präsident Donald Trump forderte beide Seiten auf, die Angriffe unverzüglich zu stoppen. „Israel und der Iran müssen unverzüglich aufhören zu schießen“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die iranische Führung reagierte mit Misstrauen: Niemand glaube, dass Israel solche Angriffe ohne Koordination mit den USA durchführen könne, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai. Dies schüre das Misstrauen in den Verhandlungen mit den USA.
Israel greift Ziele im Iran an
Israels Luftwaffe griff als Reaktion auf iranische Raketenangriffe militärische Ziele im Westen und Zentrum des Irans an. Die israelische Armee erklärte, man habe „militärische Ziele des iranischen Terrorregimes“ attackiert. Das iranische Staatsfernsehen berichtete von Explosionen in Teheran, Täbris, Isfahan und nahe Karadsch. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Irna kamen luftgestützte ballistische Raketen zum Einsatz. Die Angriffe erfolgten wenige Stunden, nachdem der Iran als Vergeltung für einen israelischen Angriff auf die libanesische Hauptstadt Beirut zahlreiche Raketen auf israelische Ziele abgefeuert hatte.
Iranische Revolutionsgarde greift Petrochemieanlage an
Die iranischen Revolutionsgarden gaben bekannt, eine petrochemische Anlage im israelischen Haifa mit Raketen angegriffen zu haben. Dies sei die Antwort auf einen amerikanisch-israelischen Angriff auf eine ähnliche Anlage im Iran. Weitere Angriffe auf zivile Ziele und Energieanlagen in der Region hätten Folgen für die Weltwirtschaft, warnten die Garden. Die Verantwortung dafür tragen die USA.
USA schießen iranische Kampfdrohnen ab
Die USA haben nach eigenen Angaben zwei iranische Kampfdrohnen abgeschossen. Dies bestätigte das US-Verteidigungsministerium. Die Drohnen seien in der Nähe von US-Stützpunkten in der Region gesichtet und als Bedrohung eingestuft worden.
Huthi-Miliz beansprucht Angriff auf Israel
Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen hat einen Raketenangriff auf Israel für sich beansprucht. Militärsprecher Jahja Sari erklärte, man habe mehrere Raketen auf Israel abgefeuert und eine „komplette Blockade“ der Seefahrt für Israel im Roten Meer verhängt. Damit könnten erneut Handelsschiffe in Gefahr geraten.
Internationale Reaktionen
Die britische Regierung rief beide Seiten zur Deeskalation auf. Außenministerin Yvette Cooper betonte, niemand habe ein Interesse an einer Wiederaufnahme des Konflikts. Die Verhandlungen für eine dauerhafte Lösung müssten fortgesetzt werden. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnte vor einer „weiteren Eskalation“ und forderte die Kriegsparteien auf, sich an den Verhandlungstisch zu setzen.
Trump: Iranische Angriffe haben keine Folgen für Abkommen
Trotz der iranischen Angriffe hält US-Präsident Trump an einer Verhandlungslösung fest. In einem Interview mit der Financial Times sagte er: „Das wird keinerlei Auswirkungen auf das Abkommen haben.“ Trump betonte, die Verhandlungen liefen weiter. Er sei „nicht glücklich“ über die israelischen Angriffe auf Beirut, forderte den Iran jedoch auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Iran sperrt Luftraum im Westen
Der Iran sperrte den Luftraum im Westen des Landes bis auf Weiteres. Die zivile Luftfahrtbehörde begründete dies mit neuen Gefährdungsbewertungen nach den Raketenangriffen. Auch der Flughafen Maschhad im Nordosten stellte den Betrieb ein. Zuvor waren bereits Flüge in Teheran und im Westen gestrichen worden.
Die israelische Armee verschärfte derweil die Zensur für die Berichterstattung. Medien dürfen nur noch von „einzelnen“ oder „Dutzenden“ feindlichen Raketen sprechen, aber keine genauen Zahlen nennen. Auch Bilder von Abfangmaßnahmen oder Angaben zu Treffern sind untersagt.



