FCAS-Nachfolger: Airbus hofft auf Auftrag, Merz hält sich alle Optionen offen
FCAS-Nachfolger: Airbus hofft auf Auftrag, Merz zögert

Nach dem Scheitern des gemeinsamen Kampfjetprojekts mit Frankreich sucht die deutsche Industrie nach einem Nachfolger für das Future Combat Air System (FCAS). Airbus drängt auf einen neuen Auftrag, doch Kanzler Friedrich Merz hält sich auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin alle Optionen offen. Während seines Rundgangs betonte Merz die Notwendigkeit von Kooperationen, ohne sich jedoch konkret festzulegen.

Neue Wege in der Luftfahrtkooperation

Der Ausstieg Frankreichs aus dem FCAS-Projekt hatte die europäische Luftfahrtindustrie erschüttert. Nun sieht Airbus-Chef Guillaume Faury die Chance für eine Neuausrichtung. „Wir sind bereit, unsere Fähigkeiten in ein neues europäisches Kampfflugzeugprojekt einzubringen“, erklärte Faury auf der ILA. Er verwies auf die hohe Kompetenz deutscher Ingenieure und die Bedeutung einer gemeinsamen europäischen Verteidigungsstrategie.

Merz: „Wir lösen eine Blockade auf“

Kanzler Merz zeigte sich auf der Messe zuversichtlich, dass Deutschland eine führende Rolle in der zukünftigen Luftkampftechnologie einnehmen könne. „Wir lösen eine Blockade auf“, sagte Merz im Gespräch mit Luftwaffenchef Ingo Neumann. Allerdings machte er deutlich, dass eine Entscheidung über den genauen Weg noch nicht gefallen sei. „Wir prüfen alle Optionen – von einer nationalen Lösung bis hin zu einer neuen europäischen Kooperation“, so Merz.

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Wirtschaftliche und strategische Bedeutung

Für Airbus geht es um Milliardenaufträge und den Erhalt von Tausenden Arbeitsplätzen in Deutschland. Der Konzern hat bereits Konzepte für einen eigenständigen deutschen Kampfjet vorgelegt, der auf den Technologien des Eurofighters aufbauen könnte. Experten sehen darin eine Chance, die Abhängigkeit von anderen Nationen zu verringern. Allerdings warnen sie auch vor den hohen Kosten und der langen Entwicklungszeit.

Reaktionen aus der Politik

Die Bundesregierung steht unter Druck, eine schnelle Entscheidung zu treffen. Während die SPD für eine europäische Lösung plädiert, fordern CDU und CSU mehr nationale Souveränität. Die FDP sieht vor allem wirtschaftliche Chancen für den Mittelstand. Oppositionsführerin Sahra Wagenknecht kritisierte hingegen die Rüstungsausgaben und forderte eine friedlichere Außenpolitik.

Ausblick

Die Entscheidung über die Zukunft des deutschen Kampfjetprogramms wird in den kommenden Monaten fallen. Bis dahin wird die Industrie ihre Konzepte weiterentwickeln. Kanzler Merz ließ auf der ILA durchblicken, dass er eine enge Abstimmung mit europäischen Partnern, aber auch mit den USA anstrebt. Die Luftwaffe hofft auf eine zeitnahe Lösung, um ihre Einsatzfähigkeit langfristig zu sichern.

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