Skandal um königliche Immobilien: Ex-Prinz Andrew soll Cottages untervermietet haben
Der in Ungnade gefallene frühere Prinz Andrew hat sein privates Einkommen jahrelang mit der Untervermietung von Cottages auf einem königlichen Anwesen aufgebessert, auf dem er selbst praktisch mietfrei wohnte. Dies enthüllte am Freitag der britische Rechnungshof in einem offiziellen Bericht. Die Enthüllung erfolgt inmitten einer öffentlichen Debatte über die undurchsichtigen Immobilienverhältnisse des Königshauses.
Andrew bewohnte mehr als 20 Jahre lang die Royal Lodge auf dem Windsor-Anwesen der Royals bei London. Während der Bruder von König Charles III. für das 30-Zimmer-Haus nur eine symbolische Miete zahlte und damit praktisch mietfrei lebte, strich er nach Angaben des Rechnungshofes die Einnahmen aus der Untervermietung dreier kleinerer Häuser auf dem weitläufigen Gelände ein.
„Die aus der Untervermietung erzielten Einnahmen flossen an Andrew Mountbatten-Windsor“, konstatierte der Rechnungshof. „Uns ist nicht bekannt, welche Miete verlangt wurde.“ Die genauen Beträge blieben unklar, doch die Praxis wirft Fragen zur finanziellen Transparenz des Königshauses auf.
Ermittlungen wegen Epstein-Verbindungen
Gegen Andrew laufen wegen seiner Verbindungen zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein offizielle Ermittlungen der britischen Justiz. Das Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte Andrew bereits vor Jahren vorgeworfen, sie im Alter von 17 Jahren sexuell missbraucht zu haben. Ein Rechtsstreit zwischen Giuffre und Andrew in den USA wurde 2022 außergerichtlich beigelegt. In ihren im vergangenen Jahr posthum erschienenen Memoiren erneuerte Giuffre ihre Vorwürfe detailliert.
Die britische Polizei prüft inzwischen weitere Vorwürfe. Die Ermittler hätten Kontakt mit dem Anwalt eines mutmaßlichen Opfers aufgenommen, erklärte die Polizei der Region Thames Valley im Mai. Dabei gehe es um Berichte, wonach eine Frau 2010 „für sexuelle Zwecke“ nach Windsor gebracht worden sei, wo Andrew damals lebte. Mögliche Zeugen seien aufgerufen, sich zu melden.
Königliche Konsequenzen
König Charles III. hatte seinem Bruder wegen dessen Verbindungen zu Epstein bereits im vergangenen Herbst alle königlichen Titel und Ehren aberkannt. Im Februar durchsuchten Ermittler die Royal Lodge. Andrew musste ausziehen und wohnt inzwischen im entlegenen Sandringham. Auch die drei untervermieteten Cottages stehen laut Rechnungshof seit April leer.
Der mittlere Sohn der verstorbenen Queen Elizabeth II. bestreitet jegliches Fehlverhalten. Die Affäre belastet das Ansehen der britischen Monarchie weiterhin schwer.



