Epstein-Affäre: Neue Vorwürfe belasten Trump und rücken näher ans Weiße Haus
Epstein-Affäre: Neue Vorwürfe belasten Trump

Epstein-Affäre: Neue Vorwürfe belasten Trump

Washington – Die Affäre um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bleibt für Donald Trump ein zähes Thema. Sie klebt an ihm wie Kaugummi auf dem Asphalt, zieht Fäden und verschwindet einfach nicht. Im Gegenteil: In diesem Sommer rückt der Fall noch näher an das Weiße Haus heran – durch Kongressanhörungen, Aktenpannen im Justizministerium, die neue Rolle seines ehemaligen Strafverteidigers Todd Blanche und nun auch durch eine spektakuläre, nicht bewiesene Anschuldigung gegen First Lady Melania Trump.

Kongress ermittelt gegen Epstein-Vertraute

Der Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses will über den Sommer mehrere alte Epstein-Vertraute befragen. Der frühere Barclays-Chef Jes Staley hat zugesagt, am 23. Juli im Kapitol zu erscheinen. Auch Microsoft-Mitgründer Bill Gates, Apollo-Mitgründer Leon Black und Kathryn Ruemmler, eine ehemalige Bank-Betreuerin Epsteins, stehen auf der Liste. Alle bestreiten Fehlverhalten. Die Ermittlungen werden durch die Abgeordneten Thomas Massie und Ro Khanna vorangetrieben, die ungeschwärzte Epstein-Unterlagen im Justizministerium eingesehen haben.

Massie droht mit der Nennung weiterer Namen. Er behauptet, in Dateien von FBI und Justizministerium stünden Hinweise auf einen Hollywood-Produzenten, einen Prinzen, eine Top-Figur aus der Musikbranche, einen Banker, einen früheren Politiker, einen Regierungsbeamten, einen italienischen Autofirmen-Besitzer, einen Rockstar, einen Magier und mehrere Milliardäre. Klarnamen nennt er bisher nicht, da er außerhalb des Kongresses Klagen fürchtet.

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Panne im Justizministerium

Das Justizministerium erklärte, mehrere der zuvor geschwärzten Namen seien „komplett zufällig“ in einem FBI-Line-up gelandet und hätten mit Epstein nichts zu tun. Die Panne zeigt, wie explosiv das Material ist. Epstein-Überlebende verlangen „Wahrheit und Transparenz“ und drohen damit, eigenständig die Namen ihrer Peiniger öffentlich zu machen.

Streit um Veröffentlichung

Pam Bondi, von Trump als Justizministerin entlassen, hat dem Ausschuss hinter verschlossenen Türen eingeräumt, sie habe „nicht jeden Aspekt“ der Prüfung persönlich geleitet, sondern die Aufsicht an ihren damaligen Stellvertreter Todd Blanche delegiert – Trumps früheren Strafverteidiger. Demokraten sehen darin eine Abschiebung von Verantwortung. Der Kernvorwurf lautet: Epstein-Opfer seien unzureichend geschützt, mächtige Männer aber weiter in den Akten geschwärzt worden.

Unbewiesener Vorwurf gegen Melania Trump

In diese toxische Gemengelage platzt nun Amanda Ungaro. Das frühere brasilianische Model, lange mit dem Trump-Vertrauten Paolo Zampolli liiert, veröffentlichte eine inzwischen gelöschte Aufnahme. Darin behauptet sie, nicht Zampolli habe Donald Trump und Melania Knauss 1998 auf einer New Yorker Party miteinander bekannt gemacht, sondern Jeffrey Epstein – und Melania sei Epsteins Begleitdame gewesen. Zampolli weist die Darstellung zurück und kündigte juristische Schritte an. Das Weiße Haus und Melania Trumps Büro haben bisher nicht offiziell reagiert. Melania Trump hatte im April von „bösartigen und politisch motivierten Lügen“ gesprochen und betont, sie habe ihren Mann 1998 zufällig auf einer Party kennengelernt.

Todd Blanche im Kreuzfeuer

Für Trump entsteht eine neue Problemlage durch Todd Blanche. Als Justizminister steht der ehemalige Privatanwalt des Präsidenten im Dauergeruch eines Interessenkonflikts. Pam Bondi verweigerte die Aussage, ob sie von Trump Weisungen zu Epstein oder Ghislaine Maxwell erhalten habe. Blanche muss nun auf den Verdacht reagieren, dass die Regierung Akten selektiv verwaltet hat, um Epstein-Opfer bloßzustellen, prominente Profiteure zu schonen und peinliche Fragen an die Präsidentenfamilie zu vermeiden. Für Trump ist das politisch heikel, weil seine Regierung Transparenz versprochen hat – der republikanisch kontrollierte Kongress behandelt nun aber das eigene Justizministerium als Bremsklotz.

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