Die russische Justiz hat den Kremlkritiker und ehemaligen Ölmilliardär Michail Chodorkowski in Abwesenheit zu zehn Jahren Haft verurteilt. Ein Moskauer Gericht befand den im Exil lebenden früheren Chef des Ölkonzerns Yukos für schuldig, angebliche Unwahrheiten über die russische Armee verbreitet zu haben, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete.
Vorwürfe gegen Chodorkowski
Chodorkowski wurde vorgeworfen, im Herbst 2022 interne Zahlen zu den Verlusten der russischen Armee in der Ukraine veröffentlicht zu haben. Zudem kritisierte er in einem Video von 2024 den russischen Raketeneinschlag auf ein Krankenhaus für krebskranke Kinder in Kiew, bei dem zwei Menschen starben und viele verletzt wurden. Auch dies wurde ihm als Diffamierung der Armee ausgelegt.
Es gehört zur Strategie der Moskauer Führung, russische Gegner des Ukraine-Kriegs im Ausland mit Strafverfahren zu überziehen. Internationale Haftbefehle werden verschickt, um deren Bewegungsfreiheit einzuschränken.
Hintergrund Chodorkowski
Chodorkowski, einst der reichste Mann Russlands, saß von 2003 bis 2013 in Lagerhaft wegen angeblicher Steuerhinterziehung; sein Ölkonzern Yukos kam unter staatliche Kontrolle. Im Exil ist der 62-Jährige einer der bekanntesten Gegner von Kremlchef Wladimir Putin und setzt die Reste seines Vermögens für die russische Opposition ein.
EU überweist weitere Milliardenhilfen an die Ukraine
Die EU hat der Ukraine weitere Finanzhilfen in Höhe von knapp 2,8 Milliarden Euro ausgezahlt. „Das Tempo und das Engagement der Ukraine bei der Umsetzung bedeutender Reformen haben diese Zahlung gerechtfertigt“, teilte EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos mit. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko erklärte, die Gelder sollten für die Finanzierung der wichtigsten Staatsausgaben verwendet werden – darunter für den sozialen und humanitären Bedarf.
Bei der Auszahlung handelt es sich um die mittlerweile siebte aus der sogenannten Ukraine-Fazilität. Dieses Finanzierungsinstrument soll bis Ende 2027 bis zu 50 Milliarden Euro an das von Russland angegriffene Land bereitstellen.
Ukraine meldet Angriffe auf russische Ölanlagen
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben das Öldepot Gruschowa angegriffen, das zum russischen Ölterminal Schescharis in der Schwarzmeer-Hafenstadt Noworossijsk gehört. Zudem meldet der ukrainische Generalstab einen Angriff auf eine Pumpstation für Pipelines in der Region Wolgograd. An beiden Anlagen seien Brände ausgebrochen.
Ukraine meldet Rückeroberung von mehr als 600 Quadratkilometern
Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Angaben von Armeechef Oleksandr Syrskyj seit Anfang 2026 mehr als 600 Quadratkilometer Land von Russland zurückerobert. Allein im Mai habe die Ukraine 100 Quadratkilometer mehr unter ihre Kontrolle gebracht, als sie verloren habe, teilt Syrskyj auf Telegram mit. Wo genau die Geländegewinne erzielt wurden, lässt er offen.
Drohnentrümmer in Moldau nahe ukrainischer Grenze entdeckt
In der Republik Moldau wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums Trümmer einer Drohne auf einem Feld unweit der ukrainischen Grenze gefunden. Überwachungssysteme hätten das Eindringen des Fluggeräts in der Nacht registriert. Die Herkunft der Trümmer werde noch untersucht, das Ministerium verweist jedoch auf einen nächtlichen russischen Angriff in der benachbarten Ukraine. Präsidentin Maia Sandu fordert angesichts wiederholter Luftraumverletzungen die Anschaffung von Abfangdrohnen.
Nato-Kampfjets schießen Drohne über Lettland ab
Kampfjets des westlichen Militärbündnisses Nato haben eine Drohne über Lettland abgeschossen. Das teilt die lettische Armee mit. Mindestens eine Drohne sei aus Russland in den lettischen Luftraum eingedrungen, sagt ein Armeesprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Ein zwischenzeitlich ausgerufener Luftalarm wurde aufgehoben. Davor waren Einwohner der an Russland und Belarus grenzenden östlichen Regionen aufgefordert, in den Gebäuden zu bleiben. Verirrte Militärdrohnen schüren in den baltischen Staaten und Finnland zunehmend die Sorge vor einem Übergreifen des Ukraine-Krieges auf die nördlichen Nato-Grenzen. Hintergrund sind verstärkte ukrainische Angriffe auf russische Ölhäfen an der Ostsee, bei denen Drohnen wiederholt ihre Ziele verfehlen.
Gouverneur auf Krim: Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff auf Zug
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Zug auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim wurde nach russischen Angaben ein Mensch getötet. Der Assistent des Lokführers sei ums Leben gekommen und der Lokführer sei verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow auf Telegram mit. Die Passagiere des Zuges, der zwischen Moskau und Simferopol verkehrt, blieben unversehrt. Zudem heulten in der russischen Hafenstadt Noworossijsk am Schwarzen Meer örtlichen Behörden zufolge die Luftalarmsirenen wegen möglicher Drohnenangriffe.
Ukraine: Selenskyj bittet Großbritannien um weitere Luftabwehrraketen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den britischen Premierminister Keir Starmer über den Bedarf an zusätzlichen Raketen für die Luftabwehr seines Landes informiert. Bei einem Gespräch am Sonntag hätten die beiden Politiker zudem ihre Positionen vor den anstehenden Gipfeln der G7 und der Nato sowie vor Treffen der sogenannten Koalition der Willigen abgestimmt, teilte Selenskyj auf der Plattform X mit. Ein weiteres Thema sei der Schutz der ukrainischen Energieinfrastruktur und die Vorbereitung auf den kommenden Winter gewesen.
Selenskyj zu Gesprächen in Großbritannien eingetroffen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zu Gesprächen mit dem britischen Premierminister Keir Starmer sowie mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Großbritannien eingetroffen. „Im Mittelpunkt stehen unsere Verteidigung im Krieg, eine verstärkte Zusammenarbeit im Bereich der Luftverteidigung zum Schutz ganz Europas sowie unsere gemeinsame Sichtweise auf die diplomatischen Perspektiven“, schreibt er auf X. „Europa muss an den Verhandlungen beteiligt sein und sich stark zeigen.“
Ukraine greift Treibstofflager auf der Krim an
Ukrainische Drohnen haben auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim Treibstofflager angegriffen. Unter anderem sei das Öllager Semikolodesjanska getroffen worden, teilten die ukrainischen Spezialeinheiten auf Telegram mit. Das Lager werde von den russischen Streitkräften als Umschlagplatz für die Versorgung der Truppen mit Treibstoff genutzt. Ein weiterer Angriff ukrainischer Drohnen traf ein Ölterminal im Hafen von Feodosija.
Drei Tote nach russischem Drohnenangriff in Südukraine
Bei einem russischen Drohnenangriff sind im Südosten der Ukraine laut Angaben der Behörden drei Menschen an einer Bushaltestelle getötet worden. Eine weitere Person sei bei dem Angriff am Sonntag in Balabyne in der Region Saporischschja verletzt worden, schrieb der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Iwan Fjodorow, auf Telegram.
Selenskyj bezeichnet Angriff auf Atommülllager als „extrem niederträchtig“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilt den russischen Drohnenangriff auf ein Lager für abgebrannte Brennelemente nahe dem Atomkraftwerk Tschernobyl als „extrem niederträchtig“. Russland habe das Gebiet gezielt angegriffen, schreibt Selenskyj auf X. Eine Drohne vom Typ Schahed habe eines der Gebäude der Anlage getroffen. Es handele sich um eine äußerst kritische Infrastruktureinrichtung.
Russische Drohne trifft Atommülllager nahe Tschernobyl
Eine russische Drohne trifft ukrainischen Angaben zufolge ein Lager für abgebrannte Brennelemente in der Nähe des ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl. Die Strahlungswerte seien stabil geblieben und es gebe keine Berichte über Verletzte, teilen der Generalstab in Kiew und die staatliche Atombehörde mit.
Ukraine: Stromleitung an AKW wiederhergestellt
Eine wichtige Stromleitung am Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine funktioniert wieder. Nach 15 Stunden Stromausfall sei die externe Versorgung von Europas größtem Kernkraftwerk wiederhergestellt worden, teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) auf X mit. Zuvor musste die Anlage zur Kühlung ihrer sechs abgeschalteten Reaktoren auf Notstromdieselgeneratoren zurückgreifen. Es habe sich bereits um den 18. Ausfall der externen Stromversorgung während des russischen Angriffskriegs gehandelt, es sei einer der längsten Ausfälle gewesen. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi unterstrich die extreme Anfälligkeit des Stromnetzes. Die Ukraine und Russland hatten sich zuvor erneut auf eine begrenzte Waffenruhe geeinigt, um die Reparaturen zu ermöglichen; die IAEA hatte vermittelt.
Ukraine setzt auf Rüstungsindustrie als Wirtschaftsfaktor
Die Ukraine sieht ihre Rüstungsindustrie als eine dauerhafte Quelle wirtschaftlicher Stärke. „Die Nachfrage, die wir in der Ukraine geschaffen haben, hat einen Wirtschaftszweig hervorgebracht, der nun boomt. Daher ist er ein sehr wichtiger Teil unserer Zukunft“, sagte Finanzminister Serhij Martschenko auf dem Jahrestreffen der Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) in Riga. Entscheidend sei nun, die Industrie zu stärken und das militärische Potenzial für einen breiteren Markt zu öffnen. Durch den Ausbau könnten nicht nur weitere Fortschritte bei militärischer Ausrüstung erzielt werden, sondern auch ein ziviles Umfeld nach dem Krieg geschaffen werden.
Ukraine: Haben Öldepot in Region Leningrad getroffen
Das ukrainische Militär teilt mit, es habe in der Nacht ein Öldepot und einen Ölterminal in der russischen Region Leningrad getroffen. Präsident Selenskyj erklärte zudem, das Militär habe ein weiteres russisches Öldepot in der Region Krasnodar getroffen.
Selenskyj: Ukrainische Drohnen treffen Ziele in Russland
Ukrainische Drohnen haben nach Angaben von Präsident Selenskyj in der Nacht ein Öllager in der südrussischen Region Krasnodar sowie eine Militärbasis nahe St. Petersburg getroffen. „Russland muss seinen Krieg beenden und seine Angriffe auf das Leben stoppen“, erklärte Selenskyj auf X.
Feuer in russischer Antipinski-Raffinerie – Behörden dementieren Drohnenangriff
In der Antipinski-Raffinerie, der größten nichtstaatlichen Ölverarbeitungsanlage Russlands, ist in der Region Tjumen ein Feuer ausgebrochen. Ursache seien Verfahrensverstöße an einer Reinigungsanlage, teilen die örtlichen Behörden mit. Berichte über einen ukrainischen Drohnenangriff weisen sie zurück.
Ukraine entschuldigt sich bei Athen für Drohnenvorfall
Mehrere Tage nach einer griechischen Protestnote hat sich das ukrainische Außenministerium für den Fund einer sprengstoffbeladenen Seedrohne vor der Ferieninsel Lefkada entschuldigt. Die ukrainische Seite betonte, der Vorfall sei auf die anhaltende russische Aggression zurückzuführen. Bereits im Mai entdeckten Fischer ein unbemanntes Boot mit rund 100 Kilogramm Sprengstoff vor Lefkada.
Rosatom: Ukrainische Drohne verletzt Ingenieure am AKW Saporischschja
Bei Minenräumarbeiten am russisch besetzten Kernkraftwerk Saporischschja werden nach Angaben des russischen Atomkonzerns Rosatom Ingenieure von einer ukrainischen Drohne angegriffen. Zwei der drei Verletzten befänden sich in kritischem Zustand. Die Ukraine wies Vorwürfe zurück, eine von der IAEA vereinbarte Feuerpause gebrochen zu haben.
Wadephul sagt Ukraine unerschütterliche Unterstützung zu
Außenminister Johann Wadephul sagt der Ukraine nach der Absage von Kremlchef Putin an ein Verhandlungsangebot unverbrüchliche Unterstützung zu. „Je eher Putin an den Verhandlungstisch kommt, desto eher hört das Sterben auf“, sagte der CDU-Politiker in Mexiko-Stadt. Europa müsse in mögliche Verhandlungen einbezogen werden.
Russland: Putin und Altkanzler Schröder führen Vier-Augen-Gespräch
Ein Vier-Augen-Gespräch zwischen Putin und dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder ist nach Kreml-Angaben „gut und freundschaftlich“ verlaufen. Putin hatte Schröder als möglichen Vermittler zwischen Russland und Europa ins Spiel gebracht.
Selenskyj: Russland wählt erneut den Krieg
Der ukrainische Präsident Selenskyj bedauert die Ablehnung eines direkten Treffens durch Putin. „Leider wählt die russische Seite erneut den Krieg“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Er forderte stärkere internationale Maßnahmen gegen Russland. Der Kreml erneuerte die Aufforderung an Selenskyj, nach Moskau zu reisen.
IAEA: Russische Soldaten bei Zwischenfall an AKW Saporischschja verletzt
Bei einem schweren Zwischenfall nahe dem AKW Saporischschja werden nach IAEA-Angaben russische Soldaten verletzt. Der Vorfall ereignete sich während der Minenräumung im Rahmen einer lokalen Waffenruhe. IAEA-Chef Grossi rief zu maximaler Zurückhaltung auf.
Putin sieht Ukraine im Drohnenkrieg nicht im Vorteil
Kremlchef Putin sieht Russland im Luftkrieg weiterhin technologisch im Vorteil. Beim Einsatz von Drohnen herrsche Parität, in einigen Bereichen sei Russland vorn, sagte Putin auf dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Die Ukraine sei von ausländischen Lieferungen abhängig. Zugleich forderte Putin, ukrainische Drohnen effektiver auszuschalten.



