Der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Kay Gottschalk hat auf einem sogenannten „Remigrationsgipfel“ in Portugal ein Video mit dem früheren US-Grenzschutzkommandeur Gregory Bovino aufgenommen und veröffentlicht. Bovino, der wegen umstrittener Abschiebeeinsätze in Minneapolis seinen Posten verlor, präsentierte darin seine Strategien für „Massendeportationen“ und zeigte sich bereit, diese nach Deutschland zu tragen. Gottschalk lud ihn daraufhin in den Deutschen Bundestag ein.
Bovino: „Massendeportationen“ als Erfolgsmodell
In dem rund zehnminütigen Video, das auf Gottschalks Social-Media-Kanälen verbreitet wurde, erklärte Bovino, er sei für „Massendeportationen“ verantwortlich gewesen und fügte hinzu: „Ihr in Europa nennt es Massen-Rückführungen“. Gottschalk fragte ihn, ob sich diese Methoden auf Deutschland und Europa übertragen ließen. Bovinos Antwort fiel eindeutig aus: „Kay, absolut!“ Er empfahl, die aus den USA bekannten Taktiken direkt zu übernehmen.
City-Hopping-Kampagnen mit schweren Folgen
Bovino warb für seine sogenannten „City-Hopping-Kampagnen“. Dabei handelt es sich um koordinierte Großrazzien maskierter Einheiten, die in den USA zu schweren Menschenrechtsverstößen, massiven Protesten und sogar zu Todesfällen führten. In Minneapolis kamen die US-Bürger Renée Good und Alex Pretti ums Leben. Bovino, der den Einsatz als ordnungsgemäß bezeichnete, wurde daraufhin in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Seine martialische Selbstinszenierung brachte ihm den Spitznamen „Gestapo-Greg“ ein. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom kritisierte, Bovino sei gekleidet, „als hätte er auf eBay SS-Kleidung gekauft“.
Angebot der persönlichen Hilfe
Im Video bot Bovino der AfD seine persönliche Unterstützung an: „Ihr habt das nötige Fachwissen – ich bin nur einen Telefonanruf entfernt. Es gibt immer Wege, die Mission zu erfüllen. Die Deutschen sind sehr gut darin.“ Gottschalk, sichtlich beeindruckt, lud ihn daraufhin in den Bundestag ein: „Vielleicht kann ich dich einladen, damit du uns aus deinen Erfahrungen ein paar Ideen für Deutschland geben kannst?“ Bovino antwortete: „Darauf kannst du wetten.“ Gottschalk reagierte mit „Wow“ und betonte, Deutschland solle seine Kreativität und Innovationskraft für Rückführungen nutzen. Am Ende schüttelten sich die beiden lächelnd die Hände.
Remigrationsgipfel mit rechtsextremem Umfeld
Das Treffen fand am Rande eines „Remigrationsgipfels“ statt, der maßgeblich vom österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner mitorganisiert wurde – dem Kopf der Identitären Bewegung, von dem sich die AfD-Führung offiziell distanziert. Bovino hatte zuvor in den USA erklärt, 100 Millionen Menschen abschieben zu wollen – nach Schätzungen zehnmal so viele, wie es undokumentierte Einwanderer im Land gibt.
AfD-Landesverbände fordern Abschiebepolizei
In mehreren AfD-Landesverbänden wird inzwischen eine deutsche Abschiebepolizei nach dem Vorbild der US-amerikanischen ICE-Behörde gefordert. In Sachsen-Anhalt soll eine „Asyl-, Fahndungs- und Abschiebegruppe“ entstehen, in Mecklenburg-Vorpommern plant die Partei Abschiebegefängnisse und eine „Grenz- und Rückführungspolizei“.



